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Start-up HellomedOnlineapotheke will mit vorsortierten Tabletten punkten

Das Berliner Start-up wirbt damit, das Risiko von Fehlmedikationen zu senken. Neu ist der Ansatz nicht – doch klassischen Apotheken fehlen finanzielle Anreize.Steffen Ermisch 13.08.2023 - 15:40 Uhr Artikel anhören

Felix Morawski, Enrico Bernado, Tim Bogdan (v.l.n.r.).

Foto: Privat

Köln. Ein Tütchen für morgens, eines für den Mittag – und eines für den Abend: Mit der Vorsortierung von Medikamenten und einer begleitenden App will Hellomed Fehlmedikationen bei chronisch kranken Menschen vorbeugen. „Wir machen die zeitaufwendige und fehleranfällige Sortierung von Pillen per Hand sowie das oft überfordernde Medikations- und Rezeptmanagement mühelos“, sagt Tim Bogdan, der das Berliner Start-up im vergangenen Jahr zusammen mit Enrico Bernardo und Felix Morawski gegründet hat. Bestellen können Kunden bei der Online-Apotheke seit Anfang dieses Jahres. Mehrere Hundert Kunden habe man bereits, so die Gründer.

Fehlmedikationen kommen erschreckend häufig vor: Studien zufolge sind in Deutschland bis zu 250.000 Krankenhauseinweisungen jährlich darauf zurückzuführen. Geschätzt wird, dass zudem pro Jahr zwischen 16.000 und 25.000 Todesfälle in Zusammenhang mit Wechselwirkungen von parallel eingenommenen Medikamenten stehen. Betroffen sind vor allem ältere Menschen: Laut Bundesgesundheitsministerium nehmen 30 bis 40 Prozent der Menschen, die über 65 Jahre alt sind, täglich mindestens vier Arzneimittel ein.

Start-up-Idee: Bundesweite Angebote fehlen bisher

Die Idee, Medikamente nach Einnahmezeitpunkt zu sortieren und in klar beschriftete Beutel zu packen, ist nicht neu. Doch zum Standard gehört die sogenannte Verblisterung in Deutschland noch nicht. Eine Studie der Hochschule Kempten aus dem Jahr 2021 ergab, dass die untersuchten Vor-Ort-Apotheken nur verhalten mit dem Service warben. Große Versender wie Docmorris oder Shop Apotheke bieten in Deutschland bislang gar keine Verblisterung an. International gibt es bereits spezialisierte Onlineanbieter wie das 2018 von Amazon übernommene US-Unternehmen Pillpack.

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