Umfrage: Geteiltes Bild zur elektronischen Patientenakte bei den Versicherten
Seit dem ersten Januar müssen die gesetzlichen Krankenkassen eine elektronische Patientenakte anbieten.
Foto: dpaBerlin, Düsseldorf. Eine Woche nach dem Start der elektronischen Patientenakte (ePA) zeigen die ersten Nutzerzahlen ein geteiltes Bild. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov für Handelsblatt Inside unter 580 Bürgern haben nur zwei Prozent angegeben, sich die ePA-App ihrer Krankenkasse bereits heruntergeladen zu haben. Allerdings planen 30 Prozent, das noch zu tun.
Die Umfrage zeigt, dass noch viel Aufklärungsarbeit vonnöten sein wird: 23 Prozent der Befragten gaben an, die ePA überhaupt nicht zu kennen. 26 Prozent lehnen die ePA-App ab. Mehr als die Hälfte von ihnen haben Bedenken wegen Datenschutz und -sicherheit. Elf Prozent meinen, die ePA bringe ihnen keinen Mehrwert.
Eine Umfrage unter den gesetzlichen Krankenkassen führte zu gemischten Ergebnissen. Vor allem die größeren Krankenkassen berichten von teils vier- bis fünfstelligen Download-Zahlen der ePA. Bei der Techniker Krankenkasse waren es 14.000, bei der AOK 4000 und bei der Barmer 1400.
Die App des IT-Dienstleisters Bitmarck, die mehr als 80 Krankenkassen mit insgesamt 25 Millionen Versicherten zur Verfügung steht, wurde rund 3000 Mal heruntergeladen. Viele Krankenkassen teilten jedoch auch mit, dass der Corona-Lockdown die Identifizierung für die ePA erschwere, die bei den meisten Krankenkassen bislang nur in den Geschäftsstellen möglich ist.