Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Medizintechnik Philips profitiert von großer Nachfrage nach medizinischen Geräten

Der Gesundheitskonzern legt im dritten Quartal zu. Vor allem Beatmungsgeräte sind in der Coronakrise gefragt – doch nicht alle Sparten laufen rund.
19.10.2020 Update: 19.10.2020 - 15:35 Uhr Kommentieren
Wegen der Corona-Pandemie bestellten die Krankenhäuser weniger Operationstechnik und Diagnostikgeräte. Quelle: Philips
MRT-System von Philips

Wegen der Corona-Pandemie bestellten die Krankenhäuser weniger Operationstechnik und Diagnostikgeräte.

(Foto: Philips)

Frankfurt Mit einem zweistelligen Umsatz- und Gewinnwachstum im dritten Quartal hat der niederländische Medizintechnikkonzern Philips die Märkte am Montag positiv überrascht. Vor allem dank einer hohen Nachfrage nach Patientenüberwachungs- und Beatmungsgeräten in der Corona-Pandemie verdiente der Konkurrent von Siemens Healthineers deutlich mehr als im Vorjahresquartal.

Insgesamt stieg der Nettogewinn um mehr als 63 Prozent auf 340 Millionen Euro, wobei auch Kosteneinsparungen in Höhe von 130 Millionen Euro eine gewichtige Rolle spielten. An der Börse stiegen die Aktien der Niederländer bis zum Mittag um mehr als drei Prozent.

Konzernchef Frans van Houten hat damit Wort gehalten, dass das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte wieder zum Wachstum zurückfindet. Denn in den ersten sechs Monaten hatte die Pandemie das Unternehmen noch deutlich gebremst.

Bestimmte Medizinprodukte waren wegen verschobener Operationen nicht mehr gefragt. Und auch in der wichtigen Personal-Care-Sparte wurden weniger Produkte wie elektrische Zahnbürsten und Rasierer abgesetzt. Gleichwohl deuteten bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen im Juli gut gefüllte Auftragsbücher auf eine Trendwende hin.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Dass das Wachstum im dritten Quartal aber so hoch ausfallen würde, hatten Analysten nicht erwartet. Sie waren im Schnitt von einem Umsatzplus von etwas mehr als fünf Prozent ausgegangen. Tatsächlich legte Philips von Juli bis September auf vergleichbarer Basis um zehn Prozent auf knapp fünf Milliarden Dollar zu. Währungseffekte eingerechnet betrug das Wachstum noch rund sechs Prozent.

    Der operative Gewinn (Ebita) kletterte um 14 Prozent auf 536 Millionen Euro. Analysten hatten hier lediglich 507 Millionen Euro veranschlagt.

    Grafik

    „Die Corona-Pandemie ist alles andere als vorbei“, sagte Konzernchef van Houten, der im laufenden Jahr auch weiterhin Nachfrageschwankungen und Unsicherheiten erwartet. Im dritten Quartal etwa ging der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent zurück.

    Hier spielte auch die Teilstornierung der USA für neue Beatmungsgeräte eine Rolle, die Ende August zu einer Senkung der Prognose des Konzerns für das Gesamtjahr geführt hatte. Die Prognose bestätigte van Houten nun. Alles in allem erwartet Philips in diesem Jahr einen moderaten Umsatzanstieg und eine Gewinnmarge in etwa auf Vorjahreshöhe. Im nächsten Jahr soll das Wachstum dann im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen.

    Trotz Höhenflug der Aktie auf zeitweise knapp 43 Euro am Montag beließen die Analysten der US-Bank JP Morgan ihre Kaufempfehlung für Philips bei einem Kursziel von 38,60 Euro auf „neutral“. Der Medizintechnikhersteller habe zwar die Markterwartungen übertroffen, hieß es. Die kurzfristige Stärke der Aktie könnte angesichts des Ausblicks auf 2021 aber nachlassen, so die Analysten.

    Überwachungs- und Beatmungstechnik legt rasant zu

    Insgesamt ist die Entwicklung der Geschäftsbereiche beim niederländischen Medizintechnikkonzern zweigeteilt: Die größte Sparte „Diagnosis and Treatment“ schrumpfte auf vergleichbarer Basis um drei Prozent auf 1,9 Milliarden Euro Umsatz. Wegen der Corona-Pandemie werden auch weiterhin Operationen verschoben, weswegen die Krankenhäuser weniger Operationstechnik und Diagnostikgeräte wie Ultraschall oder Computertomografen ordern.

    Im Gegensatz dazu legt der Absatz der Überwachungs- und Beatmungstechnik zweistellig zu: Die Sparte „Connected Care“, in der diese Produkte angesiedelt sind, wuchs währungsbereinigt um 42 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro Umsatz.

    Auch der dritte Geschäftsbereich „Personal Care“ legte nach zuletzt gesunkenen Umsätzen wieder zu: Der Umsatz mit Rasierern, Zahnbürsten und Raumluftreinigern kletterte im Sommerquartal um sechs Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro.

    Die zweigeteilte Lage in der Medizintechnik bei Philips spiegelt die Situation in der gesamten Branche wider: Produkte, die rund um die Versorgung von Covid-19-Patienten benötigt wurden, waren stark gefragt und sind es zum Teil auch noch.

    Davon profitieren Unternehmen wie etwa die Lübecker Drägerwerk AG, die unter anderem Beatmungsgeräte herstellt und ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr verzeichnet. Allein im dritten Quartal kletterte der Umsatz nach den kürzlich veröffentlichten vorläufigen Zahlen um knapp 36 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet Dräger ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 14 und 22 Prozent und einen deutlich verbesserten Gewinn.

    Auf der anderen Seite bremst die Corona-Pandemie aber viele Unternehmen in der Branche: Weil Operationen verschoben wurden, werden etwa künstliche Gelenke, chirurgische Instrumente, aber auch OP-Technik weniger nachgefragt. Der Pharma- und Medizintechnikkonzern Johnson & Johnson berichtete vergangene Woche von einem Rückgang der Umsätze in seiner Medizintechniksparte um knapp vier Prozent. Der Konzern ist in der Chirurgie und Orthopädie stark vertreten.

    Allerdings gibt es bei dem US-Anbieter wie auch bei Philips einen Trend zur Besserung: Die Umsatzverluste der betroffenen Sparten fielen im dritten Quartal nicht mehr ganz so hoch aus wie noch im Frühjahrsquartal, als die Pandemie einen Höhepunkt erreichte.

    Philips jedenfalls will in den kommenden Jahren nach Corona wieder kräftig wachsen und hat sich neue Mittelfristziele bis 2025 vorgenommen: Der Umsatz soll dabei im Schnitt pro Jahr zwischen fünf und sechs Prozent zulegen.

    Mehr: Drägerwerk mit Gewinnsprung – Aktie im Plus

    Startseite
    Mehr zu: Medizintechnik - Philips profitiert von großer Nachfrage nach medizinischen Geräten
    0 Kommentare zu "Medizintechnik: Philips profitiert von großer Nachfrage nach medizinischen Geräten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%