Longevity: Auf dem Weg zur Unsterblichkeit? Was jetzt schon möglich ist
San Francisco, Los Angeles, Las Vegas, New York. Die Messe beginnt mit Stars, Wunderpillen – und der Verheißung auf einen „großen Gewinn“. Zwar werden unter den Gästen des „Longevity Festes 2024“ nur überschaubare 15.000 Dollar verlost. Aber ein Geldpreis passt zum Ausrichtungsort des größten Kongresses der Lebensverlängerer-Zunft: dem Spielerparadies Las Vegas.
In den Gängen und Hallen des dortigen Venetian Hotels (Gondelfahrten auf dem nachgebauten Canale Grande täglich von 10 bis 22 Uhr) treffen sich kurz vor Weihnachten seriöse Wissenschaftler und halbseidene Gurus, deutsche Pharma-Mittelständler und Vermarkter von Laserkappen, die angeblich den Haarwuchs stimulieren. Gemeinsam ist ihnen der Wille, mit einer uralten Idee viel Geld zu verdienen: dem Traum vom ewigen oder doch zumindest möglichst langen und gesunden Leben, kurz: Longevity.
Zu Beginn der Konferenz setzt David Sinclair den Ton. Der Genetikprofessor von der Eliteuniversität Harvard hält sich körperlich für zehn Jahre jünger, als er eigentlich ist, unter anderem weil er täglich das Antioxidans Resveratrol schluckt. Er gilt als Star der Szene, seit er vor fünf Jahren im Labor zeigen konnte, dass sich Mäusezellen – vereinfacht gesagt – jünger machen lassen. Eine Entdeckung, die Sinclair wiederum sehr reich machte.