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AlphabetGoogles Werbegeschäft trotzt Zollschock und KI-Wettbewerb

Der Tech-Konzern hat mit Suchanzeigen erneut einen Rekordbetrag eingenommen. Das Cloud-Geschäft wächst zwar auch, bleibt aber trotzdem hinter den Erwartungen zurück.Philipp Alvares de Souza Soares 25.04.2025 - 01:03 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Sundar Pichai: Der Google-Chef sieht Künstliche Intelligenz als wichtigsten Wachstumstreiber. Foto: REUTERS

Palo Alto. Die Profitmaschine Google läuft und läuft: Der Nettogewinn des Mutterkonzerns Alphabet ist im vergangenen Quartal auf 34,5 Milliarden Dollar gestiegen, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das entspricht einem Zuwachs von 46 Prozent im Vergleich zu 2024. Der Gesamtumsatz legte im selben Zeitraum um zwölf Prozent auf 90,2 Milliarden Dollar zu.

Dahinter steht hauptsächlich der Erfolg des Werbegeschäfts rund um die Google-Suche. Der Umsatz von Alphabets Kernsegment stieg um fast zehn Prozent auf 50,7 Milliarden Dollar. Bislang ist es damit resilienter, als manche Analysten befürchtet hatten.

„Die Suchanfragen verzeichneten ein anhaltend starkes Wachstum“, sagte Chef Sundar Pichai. Er hob dabei besonders die neuen, mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) generierten Suchergebnisse hervor, die nun bei vielen Suchanfragen an erster Stelle erscheinen. Diese hätten den Erfolg bei den Nutzern getrieben. Genaue Zahlen nannte er dazu indes nicht.

Aufgrund der positiven Entwicklung kündigte Pichai zusätzliche Ausschüttungen in zweistelliger Milliardenhöhe an. So möchte er eigene Aktien im Wert von 70 Milliarden Dollar zurückkaufen und erhöhte die Dividende um fünf Prozent auf 21 Cent pro Aktie. Im nachbörslichen Geschäft der US-Börse Wall Street notierten Alphabet-Papiere mit einem Kursplus von bis zu 5,5 Prozent. Der Konzern hat die Prognosen der Analysten weitestgehend übertroffen.

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Googles Cloud-Geschäft blieb indes hinter den Erwartungen zurück. Dabei konnte Finanzchefin Anat Ashkenazi auch hier einen Zuwachs vermelden: Die Sparte verzeichnete einen Umsatzanstieg von 28 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar bei einem Gewinn in Höhe von 2,18 Milliarden Dollar. Dahinter steht vor allem der anhaltende KI-Boom, der die Nachfrage nach Rechenkapazität stark erhöht hat. Im Vergleich zum Vorquartal (30,1 Prozent) hat sich das Wachstum jedoch verlangsamt.

„Wir befinden uns in einem angespannten Umfeld“, was zu „Schwankungen bei den Cloud-Umsatzwachstumsraten“ im Laufe des Jahres führen könne, sagte Ashkenazi. Ende des Jahres würden neue Rechenzentren in Betrieb genommen, um die Kapazität zu erhöhen.

Das politische Umfeld hat sich nach Ende des Quartals indes weiter verschlechtert. Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump trifft Google vorrangig indirekt, da die Werbebuchungen infolge einer sich eintrübenden Konjunktur zurückgehen.

Google-Konzernzentrale in Mountain View: Der Konzern sorgt sich um sein Asiengeschäft. Foto: Andrej Sokolow/dpa

So hob Vorstand Philipp Schindler besonders das Geschäft mit Kunden aus Asien hervor, wo 2025 mit Gegenwind zu rechnen sei. Viele von ihnen lieferten bislang zollfrei in die USA. Doch eine im Onlinehandel oft genutzte Ausnahme für Pakete, die weniger als 800 Dollar kosten, hatte Trump im Zuge der stark erhöhten China-Zölle abgeschafft. Ab Mai werden damit etwa auch Lieferungen der chinesischen Discounter Temu und Shein von den neuen Abgaben erfasst, die zu den größeren Werbekunden der Suchmaschine zählen.

Das Anzeigengeschäft rund um Google-Search ist für 56 Prozent der Konzerneinnahmen verantwortlich. Zusätzlich zu Trumps Handelskrieg steht es unter wachsendem Druck durch neue Wettbewerber wie OpenAIs ChatGPT, Anthropics Claude oder der „Antwortmaschine“ von Perplexity. Gerade junge Nutzer informieren sich immer häufiger mithilfe solcher KI-Assistenten, anstatt eine klassische Suchmaschine zu benutzen.

8,9
Milliarden Dollar
Umsatz verzeichnete Youtube von Januar bis März.

Google integriert im Gegenzug selbst immer mehr KI-Funktionen. Nutzer der Suche bekommen etwa eine „Übersicht mit KI“ angezeigt, die Informationen von externen Webseiten zusammenfasst. Google blendet hier andere Arten von Werbung ein. Laut Schindler beobachtet der Konzern dabei eine „Monetarisierung ungefähr mit derselben Rate“ wie bei klassischen Anzeigen. Was das genau bedeutet, ließ er jedoch offen. Pichai sagte, dass die KI-Übersichten mittlerweile 1,5 Milliarden Nutzer im Monat erreichten.

Auch das Videoportal Youtube wuchs weiter und verzeichnete von Januar bis März rund 8,92 Milliarden Dollar Umsatz. Die Plattform, die kürzlich 20 Jahre alt wurde, kommt mittlerweile auf eine Milliarde Podcast-Zuschauer monatlich und übertrifft damit in dieser Kategorie sowohl Spotify als auch Apple.

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Der KI-Boom schlug sich derweil auch bei den Ausgaben nieder. Alphabets Aufwendungen für Rechenzentren, Chips und andere KI-Infrastruktur stiegen im vergangenen Quartal weiter stark an. Die Investitionsausgaben betrugen 17,2 Milliarden Dollar, gegenüber zwölf Milliarden Dollar im Vorjahr. Pichai hatte bereits angekündigt, dass sie bis Ende des Jahres auf insgesamt 75 Milliarden Dollar zunehmen werden.

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