Bautechnik: Ohne Schalung und ohne Gerüst: Das Haus aus dem 3D-Drucker
Peri nutzt das 3D-Druck-Verfahren mit Beton zur Herstellung von Hausteilen.
Foto: PeriDüsseldorf. Eigentlich müssen Maurer nichts von IT verstehen. Eigentlich, denn wenn ein 3D-Drucker ihnen die Knochenarbeit abnimmt, sind sie diejenigen, die ihn steuern. In Deutschland stehen schon die ersten beiden Wohnhäuser aus dem 3D-Drucker: in Beckum (Nordrhein-Westfalen) und in Wolfratshausen (Bayern).
Bei dem Verfahren surrt ein großer Druckknopf Reihe um Reihe nach oben und schichtet den Rohbau auf. Die Technik soll das Bauen schneller, sicherer und günstiger machen – aber erst dann, wenn sie in der breiten Masse angekommen ist.
Das Potenzial ist da: In Deutschland werden jährlich 1,1 Milliarden Euro in der Ziegelindustrie umgesetzt. Steigende Baukosten verteuern den Neubau. Allein der Rohbau macht dabei 40 bis 50 Prozent des Preises aus.
Durch den 3D-Druck könnten sich die Preise für den Rohbau um 35 Prozent reduzieren, so eine Studie der TU Dresden. Man braucht keine Schalung, keine Gerüste, und die Bauarbeiter können parallel mit dem Innenausbau beginnen, etwa die Elektronik installieren, während der Drucker sich weiter nach oben surrt.
Der bayerische Bauzulieferer Peri, der sich am dänischen 3D-Drucker-Start-up Cobod beteiligt hat, steckt hinter den ersten beiden deutschen Wohnhäusern aus dem 3D-Drucker. Bisher sei es noch zu früh, Effizienzgewinne zu beziffern, so Peri. Ein Modellhaus des amerikanischen Wettbewerbers SQ4D war aber beispielsweise ein Drittel günstiger als ein konventioneller Bau.