Abschlussprüfung: BDO attackiert die Big Four der Wirtschaftsprüfer
Der Hanseat führt seit 2010 die fünftgrößte deutsche Prüfungs- und Beratungsgesellschaft.
Foto: BDODüsseldorf. Die Wirtschaftsprüfung BDO will nach dem überraschenden Gewinn des Abschlussprüfermandats beim Softwarekonzern SAP die vier großen Konkurrenten PwC, EY, KPMG und Deloitte weiter attackieren. „Natürlich streben wir an, ein weiteres Mandat innerhalb des Dax-30 zu erreichen“, sagte Vorstandschef Holger Otte am Mittwoch bei der Vorlage der Jahresergebnisse.
Das gleicht einer Kampfansage an die „Big Four“, die den Prüfungsmarkt bei börsennotierten Unternehmen dominieren – und bisher die Dax-Mandate unter sich ausmachten.
BDO hatte im März für Aufsehen gesorgt, als sich das Hamburger Unternehmen im Auswahlverfahren von SAP durchsetzte. Der Softwarekonzern muss im Zuge der gesetzlichen Rotationspflicht 2023 von KPMG zu einem anderen Prüfer wechseln.
In der Branche war erwartet worden, dass das SAP-Mandat wie in der Vergangenheit üblich an einen anderen der „Big Four“ geht. Es herrschte die Überzeugung, dass nur PwC, EY, KPMG und Deloitte die Anforderungen der Großkonzerne erfüllen. Die Nummer zwei, EY, ist aber wegen des Imageverlustes im Zuge des Wirecard-Skandals in einer schwierigen Situation im Kampf um neue Kunden.