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Deutsche BahnTarifverhandlungen mit GDL sind erneut gescheitert

Reisenden drohen nach dem Ende der Gespräche wieder Streiks im Zugverkehr. Die Gewerkschaft macht der Bahn unterdessen bereits neue Vorwürfe. 29.02.2024 - 17:06 Uhr aktualisiert
Leipziger Hauptbahnhof: Reisende müssen in den kommenden Wochen wieder mit Ausständen der Lokführer rechnen. Foto: dpa

Berlin. Bei der Deutschen Bahn drohen erneut Streiks. Die vor einigen Wochen wieder aufgenommenen Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL sind nach Angaben des bundeseigenen Konzerns gescheitert. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer habe die Verhandlungen abgebrochen, teilte die Bahn am Donnerstag mit. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet

„Trotz weitreichender Zugeständnisse der Deutschen Bahn (DB) und trotz des Einsatzes von zwei erfahrenen Moderatoren hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die vertraulichen Tarifverhandlungen mit der Bahn heute frühzeitig platzen lassen“, teilte die Bahn mit.

Gescheitert seien die Gespräche auch dieses Mal an der Kernforderung der GDL nach einer Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden. Zudem will die Gewerkschaft unter ihrem Chef Claus Weselsky auch für Teile der Infrastruktur Tarifverträge aushandeln. Beide Punkte lehnt die Bahn bisher ab.

GDL wirft Bahn Bruch der Vertraulichkeit vor

Die GDL erklärte am Donnerstagnachmittag, sich an die ursprüngliche Abmachung mit der Bahn zu halten und bis zum kommenden Montag über den Verhandlungsstand zu schweigen. Ein Sprecher warf dem Bahn-Vorstand vor, entgegen den Vereinbarungen der „Bild“-Zeitung vorab Informationen zugeleitet zu haben. „Diese Informationen sind gezielt vom DB-Management durchgestochen worden, um es dann der Gewerkschaftsseite anzuhängen“, sagte der Sprecher.

Die Tarifverhandlungen bei der Bahn hatten Anfang November begonnen. Schon nach der zweiten Gesprächsrunde erklärte Claus Weselsky die Verhandlungen für gescheitert und leitete eine Urabstimmung ein. Insgesamt viermal legte die GDL mit zwei Warnstreiks und zwei längeren Streiks weite Teile des Bahnverkehrs in Deutschland lahm. Fern-, Regional- und Güterverkehr standen über Tage still.

Den jüngsten Arbeitskampf Ende Januar beendete die GDL vorzeitig und kehrte überraschend an den Verhandlungstisch zurück. Seither wurde hinter verschlossenen Türen miteinander gesprochen. An die Öffentlichkeit drang in dieser Zeit nichts, weder zum Gesprächsfortschritt noch zur Stimmung zwischen beiden Seiten. Verhandelt worden sei in Berlin. Die Verhandlungen seien vom früheren Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Daniel Günther, dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, moderiert worden, hieß es. „Die DB bewertet nun die aktuelle Situation und prüft die nächsten Schritte.“

dpa, cs, rtr
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