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Fahrrad-LeasingBei Jobrad in Freiburg fällt jede fünfte Stelle weg

Jobrad streicht Arbeitsplätze. Das Freiburger Fahrrad-Leasingunternehmen reagiert damit auf die sinkende Nachfrage nach Diensträdern. Das Geschäftsmodell sei aber „robust und zukunftsfähig“. 05.11.2025 - 17:03 Uhr Artikel anhören
Ein Radfahrer vor der Zentrale der Firma Jobrad: Das Unternehmen will ein Fünftel seiner Stellen streichen. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Freiburg. Die nachlassende Nachfrage nach Diensträdern führt bei dem Leasingunternehmen Jobrad zu einem Arbeitsplatzabbau. Es sollen rund ein Fünftel der Stellen wegfallen, wie ein Sprecher mitteilte. Eine genaue Zahl nannte er nicht.

„Über diese anvisierte Größenordnung sowie über die konkrete Umsetzung wird nun im Rahmen des geplanten Verhandlungsprozesses mit dem Betriebsrat beraten.“ Bei der in Freiburg ansässigen Jobrad GmbH sind 850 Männer und Frauen beschäftigt. Zuvor hatten mehrere Medien über den Stellenabbau berichtet.

Jobrad ist seit der Saison 2023/24 Haupt- und Trikotsponsor des SC Freiburg. Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äußern, ob das Sparprogramm auch Auswirkungen auf die Partnerschaft mit dem Verein habe.

Der Sprecher sagte weiter, größtmögliche Transparenz und der Dialog auf Augenhöhe mit den Mitarbeitenden seien der Geschäftsführung ein zentrales Anliegen. Deshalb habe die Geschäftsführung die Beschäftigten frühzeitig in die anstehenden Veränderungen einbezogen.

Das Trikot des SC Freiburg mit dem Sponsor Jobrad: Ob das Sponsoring weiterlaufen soll, ist unklar. Foto: Soeren Stache/dpa

Bereits Ende September wurden laut Mitteilung alle Mitarbeitenden darüber informiert, dass aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage und der anhaltenden Konsolidierung im Fahrradmarkt eine Anpassung der Personalstruktur erforderlich ist. Seitdem führe die Geschäftsführung intensive Gespräche mit dem Betriebsrat.

Fahrradbranche konsolidiert sich

Jobrad zählt zu den bekanntesten Dienstradleasing-Anbietern in Deutschland. Das Geschäftsmodell des Unternehmens sei robust und zukunftsfähig. „Das Ziel der Geschäftsführung bleibt, das Unternehmen so aufzustellen, dass Jobrad auch langfristig wirtschaftlich erfolgreich bleibt und die Chancen für Wachstum und Innovation auch künftig aktiv nutzt.“

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Das Unternehmen arbeitet eigenen Angaben nach mit mehr als 7.200 Fahrradgeschäften in Deutschland im Hinblick auf Leasing zusammen. Für den Handel liegen die Vorteile des Leasings auf der Hand: Hier leisten sich viele Leute teure Räder, zu denen sie sonst nicht greifen würden, um sich eine hohe Ersparnis zu sichern.

Man habe insgesamt schon zwei Millionen Diensträder auf die Straße gebracht. Aktuell habe man rund eine Million Fahrräder im Bestand in Deutschland.

Asbsatz-Einbruch nach Corona

Im vergangenen Jahr erzielte die gesamte Jobrad-Gruppe einen Umsatz von knapp 1,4 Milliarden Euro, wie ein Sprecher weiter mitteilte. Die Gruppe ist neben Deutschland gleichfalls in Österreich mit eigener Gesellschaft aktiv.

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Ein Angestellter berät während der Pandemie in einem Verkaufsraum Kunden: Nach der Corona-Zeit brachen die Verkaufszahlen ein. Foto: dpa

Im September 2024 wurde der belgische Marktführer im Fahrradleasing, Cyclis Bike Lease, der auch in den Niederlanden tätig ist, übernommen. Dies sei ein weiterer bedeutender Schritt in Richtung internationales Wachstum gewesen. Man beobachte zudem andere europäische Märkte, sagte der Sprecher.

Nach dem Boom in der Corona-Zeit hatte die Branche nach Verbandsangaben deutliche Absatzverluste in Deutschland erlitten. Die Zahl der verkauften Bikes sank von rund 5 Millionen 2022 auf 3,85 Millionen im vergangenen Jahr. Die Folge waren hohe Lagerbestände, teilweise Dumpingpreise und eine zwischenzeitlich zurückgefahrene Produktion.

dpa-AFX
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