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ModeindustrieT-Shirt-Drucker Spread will Umsatz bis 2028 verdoppeln – und hat Börsenpläne

Chef Julian de Grahl setzt auf Influencer und Geschäftskunden. Die für ihre bedruckten T-Shirts und Hoodies bekannte Firma bietet verstärkt Merchandise-Produkte an – auch auf Festivals wie Rock am Ring.Nadine Schimroszik 26.11.2023 - 14:07 Uhr Artikel anhören

Die Spread Group macht Druck beim Wachstum und will womöglich auch an die Börse.

Foto: Spreadgroup

Berlin. Bei Spreadshirt ist nun Schluss mit lustig, ein bisschen jedenfalls. Die Leipziger sind als Anbieter von T-Shirts mit lockeren Sprüchen bekannt geworden, inzwischen sind Name, Portfolio und Geschäftsziele seriöser: Die heutige Spread Group betreibt ein Modelabel, vertreibt Merchandise und Teambekleidung. Und das alles soll bis 2028 den Umsatz mehr als verdoppeln.

Das bekräftigte Firmenchef Julian de Grahl im Gespräch mit dem Handelsblatt. In diesem Jahr allerdings dürften die Erlöse angesichts der allgemeinen Kaufzurückhaltung, die auch deutlich größere Online-Modehändler wie Zalando und About You trifft, bei unter 200 Millionen Euro liegen. Um die Einnahmen hochzuschrauben, will de Grahl mehr Geld in das Marketing stecken. Zugleich will er konkret den Geschäftskundenbereich ausbauen und Verkäufe in den USA ankurbeln.

De Grahl will als ehemaliger Managing Director des Veranstaltungsdienstleisters CTS Eventim dazu seine Expertise einsetzen: So sollen Festivalgänger für eine höhere Nachfrage sorgen. Dafür arbeitet Spread mit Rock am Ring und Rock am Park zusammen, mit insgesamt rund 150.000 Besuchern jährlich die größten Festivals Deutschlands. Läuft alles nach Plan, hält der 50-Jährige mittelfristig auch einen Börsengang für machbar. Schließlich sei die Spread Group seit 2009 profitabel und damit in der Lage, organisch zu wachsen.

Nach Delivery Hero womöglich der zweite IPO für Gründer Gadowski

Die Spread Group, vor 21 Jahren gegründet, ist so etwas wie ein Urgestein der deutschen Onlinewirtschaft. Die Gründer Lukasz Gadowski und Matthias Spiess halten zusammen noch mehr als die Hälfte der Anteile. Gelingen die IPO-Pläne, würde Gadowski nach Delivery Hero ein weiteres Unternehmen an die Börse bringen.

De Grahl leitet die Spread Group seit mehr als zwei Jahren. Gadowski, der inzwischen auch den Aufsichtsrat anführt, kennt der Wirtschaftswissenschaftler noch aus den Anfangstagen des Unternehmens. Er selbst sei nach dem Platzen der Dotcom-Blase in die damals noch deutlich kleinere Start-up-Szene hineingerutscht, erinnert sich de Grahl. Entsprechend gut ist er in der Branche vernetzt. So arbeitete er auch für den Xing-Betreiber New Work, bevor er zu CTS Eventim wechselte.

Julian de Grahl sieht sein Unternehmen auch beim Thema Nachhaltigkeit gut aufgestellt.

Foto: Spreadgroup

Die Spread Group will de Grahl nicht nur breiter aufstellen, sondern auch professionalisieren. Dabei setzt er auf erfahrene Kräfte. So hat der neue für das operative Geschäft verantwortliche Manager Frank Bartelt in der Vergangenheit für Zalando gearbeitet.

Bartelts Aufgabe ist es, das Sortiment zu erweitern und die Automatisierung der Prozesse voranzutreiben. „Mittelfristig werden wir bei der Herstellung auch stärker auf Roboter setzen“, kündigte de Grahl an. Dann soll das Bedrucken der T-Shirts, Pullover oder Kaffeetassen noch schneller gehen. Schnelligkeit fragen auch Influencer wie Youtuber Roberto Blake und Nick Nimmin nach, die eigene Shops auf der Spread-Plattform betreiben – und auch direkt auf ihr Tagesgeschäft Bezug nehmen wollen. Kooperationen mit Influencern sind ein Bereich, den de Grahl ebenfalls ausbauen will, um weiterhin interessant für jüngere Zielgruppen zu bleiben.

„Unsere Waren werden nicht verbrannt“

Wie alle Unternehmen will auch die Spread Group nachhaltiger produzieren, als Pluspunkt macht de Grahl die Auftragsfertigung aus: „Unser Made-to-order-Prinzip sorgt dafür, dass wir kein Kleidungsstück zu viel herstellen. Unsere Waren werden nicht weggeschmissen oder verbrannt.“ In Deutschland werden Schätzungen des Marktforschungsinstituts Euromonitor International zufolge jedes Jahr 230 Millionen Textilien nicht verkauft und landen häufig in Müllverbrennungsanlagen. Die Auftragsfertigung führt dabei auch zu einer geringen Rücksendequote. Diese liegt laut de Grahl bei rund zwei Prozent. Zum Vergleich: Bei Zalando wird die Hälfte der bestellten Artikel wieder zurückgeschickt.

Im vergangenen Jahr fertigte die Spread Group für Kunden in mehr als 170 Ländern mehr als zehn Millionen Produkte auf Bestellung. Dabei können Kunden aus einer großen Zahl an Designs auswählen und eigene Motive hochladen. Das sorgt auch immer mal wieder für Probleme: So musste das Unternehmen in der Coronakrise ein Shirt mit der Aufschrift „Nicht geimpft“ und einem Davidstern aus dem Sortiment nehmen. Das könne trotz technischer und menschlicher Filter passieren, entschuldigte sich die Spread Group damals. Beim Aufspüren von Verstößen setzt das Leipziger Unternehmen inzwischen verstärkt Künstliche Intelligenz ein.

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Gadowski ist inzwischen vor allem als Investor aktiv und unter vielen anderen auch an der Berliner Solarfirma Enpal beteiligt. Seine Erfahrungen und sein Netzwerk bringt er auch in den Spread-Wagniskapitalarm ein, der ausschließlich im Modesektor unterwegs ist. Das erste Geld floss in diesem Jahr in das Berliner Start-up Saiz, das an KI-Lösungen arbeitet, um Retouren zu reduzieren.

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