Tourismus: Tui beendet Zusammenarbeit mit umstrittenem Geschäftspartner
Sihanoukville. Der Reisekonzern Tui trennt sich von einem Geschäftspartner aus dem Konglomerat des umstrittenen Unternehmers Chen Zhi, dem die US-Justiz den Betrieb eines Cyberbetrugsimperiums sowie Menschenhandel und Zwangsarbeit vorwirft. Chen, der Chef der hauptsächlich in Kambodscha tätigen und nun mit Sanktionen belegten Prince Group, wurde vergangene Woche in den USA in Abwesenheit angeklagt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 40 Jahre Haft.
Eine Tui-Sprecherin teilte auf Handelsblatt-Anfrage mit, eine Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Geschäftspartner in Kambodscha „bereits in den vergangenen Wochen“ eingeleitet zu haben.
Die Hotelsparte von Tui hatte die Partnerschaft mit einer Immobiliengesellschaft aus Chens Konglomerat – der Prince Real Estate Group – Ende vergangenen Jahres abgeschlossen, wie aus einer Pressemitteilung des kambodschanischen Unternehmens hervorgeht. Fotos zeigen Artur Gerber, den Chef des Tui-Geschäftsbereichs Hotels und Resorts, bei der Unterzeichnungszeremonie im Dezember 2024.
Beide Seiten einigten sich damals der Mitteilung zufolge auf die Verwaltung eines Prince-Hotels in der kambodschanischen Küstenstadt Sihanoukville durch Tui. Anfang Mai meldete Tui dann den Betriebsstart des Hotels unter dem Markennamen Tui Blue Sihanoukville – die erste Hoteleröffnung des Unternehmens in Kambodscha.