USA: Spirit Airlines reicht erneut Insolvenz ein
New York. Die US-Fluggesellschaft Spirit Airlines meldete am Freitag in New York Insolvenz an – zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres. In der Anmeldung gab die Airline Vermögenswerte und Schulden zwischen einer und zehn Milliarden US-Dollar an. Die Insolvenzanmeldung erfolgte, während das Unternehmen gleichzeitig mit seinen größten Gläubigern und wichtigen Stakeholdern verhandelte, wie die Airline mitteilte.
Spirit gab an, am 25. August eine schriftliche Mahnung seines Leasinggebers erhalten zu haben, der die Kündigung von Dutzenden von Leasingverträgen für Flugzeuge ankündigte. Diese hätten in den kommenden Jahren an Spirit geliefert werden sollen. Die Kündigung würde Spirit pro Vertrag mehr als 2 Millionen US-Dollar kosten und Dutzende von Flugzeuge betreffen.
Spirit hatte bereits im November seine frühere Insolvenz angemeldet, um rund 1,6 Milliarden US-Dollar Schulden umzustrukturieren, nachdem die Airline nach der Pandemie Marktanteile verloren hatte, da größere Fluggesellschaften Passagiere mit günstigen Economy-Tarifen abwarben.
Die Aktien von Spirit fielen am Freitag nach Börsenschluss um mehr als 45 Prozent auf 0,65 US-Dollar, bevor der elektronische Handel um 16:30 Uhr in New York ausgesetzt wurde.
Spirit teilte in einem Schreiben an Kunden mit, dass die Insolvenz keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb, die Tickets oder das Treueprogramm der Airline haben werde.
Die Fluggesellschaft erklärte zudem, dass sie sich im zweiten Insolvenzverfahren stärker darauf konzentrieren werde, die Betriebskosten zu senken, das Flugnetzwerk neu zu gestalten und die Flottengröße zu optimieren. Nach der Ankündigung wurde mit CEO Dave Davis ein Rückhaltebonus von 2,9 Millionen US-Dollar vereinbart.
Die Insolvenz markiert das Scheitern einer früheren Restrukturierung, die etwa 795 Millionen US-Dollar Schulden von Spirits Bilanz gestrichen hatte und Bondholder verpflichtete, zusätzliches Kapital in das Unternehmen einzubringen. Die neuen Mittel wurden eingesetzt, um Initiativen zur Gewinnung von Passagieren zu unterstützen, indem vom Basis-Tarifmodell abgewichen und den Kunden mehr Zusatzleistungen angeboten wurden.
Die Nachricht folgt einen Tag, nachdem Medien berichteten, dass Spirit in hochrangigen Gesprächen mit der Konkurrenz-Airline Frontier über einen möglichen gemeinsamen Weg vorankam. Frontier und deren Vorsitzender Bill Franke setzen seit Jahren auf eine Fusion der beiden Billigfluggesellschaften.
Zusätzlich wurde die Airline durch einen Herstellungsfehler bei Triebwerken getroffen, der einen Teil der Flotte am Boden hielt, sowie durch historisch hohe Arbeitskosten unter neuen Verträgen.