Bilanzcheck: Eon profitiert von hohen Energiepreisen und Atomkraft
Das Hauptgeschäft des Energiekonzerns ist politisch stark reguliert.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Seine ersten Monate als Chef von Deutschlands größtem Energieversorger hat sich Eon-CEO Leonhard Birnbaum nach dem Start im Frühjahr 2021 mit Sicherheit anders vorgestellt. Die Preise für Strom, Kohle, Gas und Erdöl stiegen rasant, zahlreiche Stromanbieter rutschten in die Pleite, und nach Jahrzehnten des Friedens erschütterte ein Krieg ganz Europa.
Kein leichter Einstieg für Birnbaum, der nach mehr als einer Dekade auf Johannes Teyssen an der Spitze des Konzerns folgte. Sein Versprechen: Eon soll zum digitalen „Betriebssystem der Energiewirtschaft“ werden, und die Stromnetze sollen sich zur Gewinnmaschine entwickeln.
2021 jedoch stand neben der Pandemie vor allem die Energiepreiskrise im Fokus. Für Digitales blieb dem 55-Jährigen da wenig Zeit. Das dürfte die Aktionäre allerdings nicht besonders stören. Das Essener Unternehmen gehört zu den Profiteuren der Energiepreisrally. Mehr Kunden, mehr Umsatz, mehr Gewinn – Eon vervierfachte 2021 den Gewinn auf 5,3 Milliarden Euro und übertraf seine eigenen Ziele deutlich.
Um das versprochene Wachstum wirklich einzuhalten, hat Birnbaum aber noch viel zu tun, wie der Handelsblatt-Bilanzcheck zeigt. Auch, weil sicher geglaubte Einnahmen in Zukunft wegfallen.