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Billig-Konkurrenz aus ChinaEU lässt Anti-Dumping-Zölle auf Solarmodule offenbar auslaufen

Die Anti-Dumping-Maßnahmen der EU auf chinesische Solarmodule werden nicht verlängert. Keine gute Nachricht für die angeschlagene Branche.Kathrin Witsch 24.08.2018 - 17:50 Uhr Artikel anhören

Trübe Aussichten für die europäische Solarbranche.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Mindestpreise auf chinesische Solarmodule- und Zellen sollten die europäische Photovoltaikbranche vor dem totalen Kollaps retten. Dieser Plan ist offenbar Geschichte. Am Freitag haben sich die EU-Mitgliedsstaaten in einer Sitzung in Brüssel mehrheitlich gegen eine erneute Prüfung der Anti-Dumping- und Anti-Subventionsmaßnahmen für kristalline Solarmodule und Solarzellen entschieden.

Das geht aus einem Statement der europäischen Herstellervereinigung EU ProSun hervor, das dem Handelsblatt vorliegt. Ab dem 3. September wird es demnach keinen Mindestpreis mehr geben.

Viele deutsche Solarmodulhersteller- und Zulieferer schlitterten vor fünf Jahren im Wettstreit mit chinesischen Anbietern in die Insolvenz. Erst im vergangenen Jahr konnte die verbliebene deutsche Solarindustrie erstmals wieder auf niedrigem Niveau wachsen.

Aber der Preiskampf verschärft sich weiter – auch, weil Chinas Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) kürzlich überraschend verkündete, die Fördermittel für die gesamte Solarindustrie zu kürzen und neue Projekte deutlich einzuschränken. Aktien von Solarfirmen wie Jinko Solar oder SMA brachen innerhalb kürzester Zeit um bis zu 30 Prozent ein.

In der Folge erwartet die europäische Solarbranche eine erneute Schwemme von Billigmodulen aus China. „Während andere Länder wie die USA, Indien, Kanada oder die Türkei längst strikte Maßnahmen gegen die drohende Solarschwemme aus China einführen, beendet die EU ihre Anti-Dumping-Zölle und macht die Tür weit auf“, warnt EU-ProSun-Präsident Milan Nitzschke.

Preiskampf der Erneuerbaren

Die nächste Solarschwemme aus China droht

EU Prosun hatte die erneute Prüfung der geltenden Anti-Dumping- und Anti-Subventionsmaßnahmen in Brüssel beantragt. Nun erwägen bereits mehrere Unternehmen die Möglichkeit, gegen die Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg zu klagen, so der Verband. „Nur die EU verwirft gleichzeitig verantwortungslos alle Maßnahmen und fordert die chinesischen Produzenten auf, den Wettbewerb in Europa und Drittländern auf dem EU-Markt zu beenden“, sagte Nitzschke.

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Der Verband Solar Power Europe hingegen, der den Teil der Solarbranche vertritt, der sich gegen Zölle ausspricht, weist auf Studien der Kommission und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hin. Demnach könnte die Nachfrage auf Solarmodule durch das Auslaufen der Zölle um bis zu 30 Prozent steigen und so etwa 45.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Solarkonzerne wie der Wechselrichterhersteller SMA aus Kassel rechnen mit einer Verschärfung des ohnehin schon harten Wettbewerbs und aufgrund der restriktiveren Solarförderung in China mit einem deutlich niedrigerem Marktwachstum für den Rest der Branche. Die nun auslaufenden Anti-Dumping-Vorschriften der EU, dürften die Wachstumsaussichten nun weiter eintrüben.

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