Energie: Rote Zahlen trotz boomender Nachfrage – Windkraftkonzerne stecken in der Krise
Die Turbinenhersteller können sich vor Aufträgen kaum retten. Nur verdienen sie daran kaum etwas.
Foto: imago images/Westend61Düsseldorf. Noch nie wurden in der Europäischen Union so viele neue Windräder gebaut wie im vergangenen Jahr. Über 24 Gigawatt an Windkraftleistung installierten die Mitgliedstaaten für knapp 41 Milliarden Euro. Die Auftragsbücher der Hersteller sind voll, die Aussichten sogar noch besser. Schließlich ist Windenergie der wichtigste Pfeiler, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen.
Trotzdem schreiben große Anbieter wie Siemens Gamesa, Nordex und GE Renewables tiefrote Zahlen. Marktführer Vestas musste seine Prognose Anfang der Woche zum vierten Mal in Folge kappen. Die Windkonzerne verdienen kein Geld. Und das nicht erst, seit Rekordrohstoffpreise, Lieferkettenprobleme und der Ukrainekrieg das Geschäft belasten.
„Manche Hersteller hatten sehr ehrgeizige Wachstumsvorstellungen und große Fabriken, die gefüllt werden mussten. Da wurden Preise rausgehauen, die sich nun nicht halten können“, berichtet ein Brancheninsider.
Vestas-CEO Henrik Andersen appelliert sogar an seine Wettbewerber, dem ruinösen Preiskampf endlich ein Ende zu machen, sonst könne man nicht sicher sein, dass alle Hersteller diese Phase überleben.