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  4. Energiekonzern Eon verdient weniger – Operatives Ergebnis sinkt um 15 Prozent

EnergiepreiseKostendruck lastet nun auch auf Eon – Jahresprognose bleibt bestehen

Das operative Ergebnis bricht im ersten Quartal um 15 Prozent ein. An der Prognose hält Eon fest – auch wegen des Erfolgs in einer Zukunftssparte.Kathrin Witsch 11.05.2022 - 13:26 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Im Bereich Kundenlösungen sei der operative Gewinn um 44 Prozent auf 414 Millionen Euro geschrumpft.

Foto: imago images/Rupert Oberhäuser

Düsseldorf. Der Energiekonzern Eon hat wegen gestiegener Beschaffungskosten im Auftaktquartal deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Die hohen Energiepreise, die im vergangenen Jahr Eon einen Milliardengewinn beschert hatten, lasteten in den ersten drei Monaten 2022 deutlich auf der Bilanz. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sei um 15 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro gesunken, teilte der Konzern am Mittwoch mit.

„Wir sind trotz der Herausforderungen im ersten Quartal auf Kurs, unsere Ergebnisziele für das Geschäftsjahr 2022 zu erreichen“, sagte Finanzchef Marc Spieker. Höhere Beschaffungskosten hätten insbesondere das Vertriebsgeschäft belastet. Im Bereich Kundenlösungen sei der operative Gewinn um 44 Prozent auf 414 Millionen Euro geschrumpft. „Der hierdurch ausgelöste temporäre Ergebnisrückgang wird allerdings im Jahresverlauf voraussichtlich aufgeholt werden.“

Im vergangenen Jahr hatte Eon hunderttausende Kunden von Billigstromanbietern übernommen, die ihre Lieferungen aufgrund der hohen Preise nicht mehr einhalten konnten und Verträge von heute auf morgen kündigten. Um diese Neukunden zu versorgen, musste Eon Strom und Gas zu Rekordpreisen an der Börse einkaufen. Nur ein Teil der Lieferverträge ist mit langfristigen Garantien abgesichert, das seit Monaten hohe Niveau der Energiepreise fordert nun seinen Tribut. 

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Kosten für den Materialaufwand, im Wesentlichen die Beschaffung von Gas und Strom, auf gut 36,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Kein Wunder: Im Dezember lag der Strompreis am deutschen Spotmarkt durchschnittlich bei rund 221 Euro die Megawattstunde. Ein Jahr zuvor waren es noch 38 Euro. Beim Gas war der Anstieg ebenfalls enorm. 

Im ersten Quartal habe man die gestiegenen Kosten noch nicht an die Kunden weitergeben können, heißt es im Quartalsbericht. Das dürfte sich in den kommenden Wochen ändern, wenn die Energiepreise für Eon-Kunden steigen. Wegen der „extrem hohen Energiepreise“ warnte Konzernchef Birnbaum erst vor Kurzem im Interview mit dem Handelsblatt vor finanzieller Mehrbelastung für Verbraucher: „So bitter das ist, die steigenden Preise müssen wir auch an unsere Kunden durchgeben.“   

Eon hält an Prognose fest

Bei den Netzen habe Eon mit einem Gewinn von 1,5 Milliarden Euro vier Prozent weniger eingefahren. Die Geschäftsprognose für das laufende Jahr bleibt bestehen und liegt bei einem bereinigten Ebitda von 7,6 bis 7,8 Milliarden Euro, nach zuletzt 7,9 Milliarden Euro.

Eon will außerdem massiv in den Ausbau, die Digitalisierung der Verteilnetze und in nachhaltige Kundenlösungen investieren. „Die Abkehr von der Abhängigkeit Europas von Energieimporten aus Russland wird eine gewaltige Beschleunigung der Energiewende erfordern.“

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Die neuen Geschäftsfelder lieferten im ersten Quartal überraschend gute Ergebnisse: Der Bereich Energy Infrastructure Solutions wuchs um 14 Prozent (Ebitda) und die Umsätze mit nachhaltigen Mobilitätslösungen sprangen sogar um 150 Prozent nach oben. 

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