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EnergiewendeStromnetzbetreiber Amprion sieht trotz Atomausstieg kein Blackout-Risiko

Amprion investiert eine Rekordsumme in das deutsche Stromnetz, um die Energiewende zu stemmen. Die Netzstabilität sei auch im kommenden Winter nicht ernsthaft gefährdet.Catiana Krapp 13.04.2023 - 11:29 Uhr Artikel anhören

Die Energiewende erfordert massive Investitionen in die deutschen Stromnetze.

Foto: IMAGO/Christian Ohde

Düsseldorf. Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion gibt angesichts des deutschen Atomausstiegs am kommenden Samstag noch einmal Entwarnung fürs Stromnetz. Der Amprion-Chef Hans-Jürgen Brick sagte am Donnerstag bei einer Präsentation seines Jahresgeschäftsberichts: „Wir stellen fest, dass wir auch mit dem Ausstieg aus der Kernenergie ein vergleichbares Stabilitätsniveau wie im letzten Jahr haben werden.“

Von einem Blackout-Risiko habe bereits im vergangenen Winter keine Rede sein können. Es seien lediglich temporäre Lastabschaltungen denkbar gewesen, und auch das nur im äußerst unwahrscheinlichen Fall. Brick sagte weiter: „Die Maßnahmen, die jetzt eingeleitet worden sind, werden auch im kommenden Winter dazu führen, dass wir ein vergleichbares Niveau der Systemsicherheit haben werden wie im vergangenen Jahr.“ Zu solchen Maßnahmen zählten etwa Vereinbarungen mit der Industrie oder eine Höherauslastung des Netzes.

Amprion hat im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 1,5 Milliarden Euro in den Netzausbau investiert. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit erreichten die Investitionen laut Amprion einen neuen Rekordwert. In den kommenden fünf Jahren will Amprion rund 22 Milliarden Euro in das Übertragungsnetz investieren.

Amprion-Chef: „Aktuell realisieren wir so viele Projekte wie nie zuvor“

Die massiven Investitionen sind erforderlich, um die Energiewende zu stemmen: Strom spielt bei der Energieversorgung in Deutschland eine immer größere Rolle. Brick sagte am Donnerstag: „Es beginnt eine neue Phase der Energiewende, in der wir von der Planung zunehmend in die Umsetzung kommen. Aktuell realisieren wir so viele Projekte wie nie zuvor.“ Die von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Beschleunigung zeige erste Wirkung, sodass Amprion wichtige Projekte früher als ursprünglich geplant umsetzen könne.

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag dem Ausbau erneuerbarer Energien einen besonderen Stellenwert eingeräumt. Sie werden jetzt als im „überragenden öffentlichen Interesse“ gewertet und sollen deshalb etwa in Konflikten mit Umweltschützern tendenziell bevorzugt behandelt werden.

Amprion hat im Geschäftsjahr 2022 nach eigenen Angaben für mehr als 200 Leitungskilometer Genehmigungen erhalten und konnte 115 Leitungskilometer fertigstellen. Auch das sei mehr als je zuvor. Auch die Zahl der Beschäftigten sei um 8,5 Prozent gestiegen. Im laufenden Jahr will Amprion 400 weitere Mitarbeiter einstellen.

Die Umsatzerlöse von Amprion stiegen gegenüber dem Vorjahr um 36,6 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro. Die Umsatzerlöse aus dem Netzgeschäft, dem Kerngeschäft von Amprion, legten um 18,6 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro zu.

Angesichts der hohen nötigen Investitionen durch Netzbetreiber wie Amprion kommt immer wieder die Frage auf, ob Amprion neue oder zusätzliche Eigentümer braucht, die neues Eigenkapital in das Unternehmen einbringen. Derzeit gehört Amprion mehrheitlich Finanzinvestoren aus der Versicherungswirtschaft und von Versorgungswerken; 25,1 Prozent liegen beim Energiekonzern RWE. Der Staat ist bei Amprion – anders als bei anderen Übertragungsnetzbetreibern – bislang außen vor.

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Zu diesem Thema wollte sich Brick am Donnerstag nicht äußern und verwies darauf, Eigentümerfragen „dort zu platzieren, wo sie hingehören“. Gespräche mit der Bundesregierung gebe es nur auf Betreiberebene, dabei gehe es lediglich um Themen wie das Klimaneutralitätsgesetz und einen beschleunigten Netzausbau.

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