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Energie

Erneuerbare Energien Coronavirus erreicht den Solarmarkt: Preise für Module dürften steigen

Weil die Fertigungen in China im Verzug sind, kommt es in Europa zu Lieferengpässen. Die sehr niedrigen Modulpreise dürften kurzfristig ansteigen.
09.03.2020 - 11:38 Uhr Kommentieren
In der Solarbranche kommt es zu Lieferengpässen.  Quelle: dpa
Photovoltaik

In der Solarbranche kommt es zu Lieferengpässen. 

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das Coronavirus hat den europäischen Solarmarkt erreicht. Der Branche drohen Lieferengpässe, denn der Großteil der Module kommt mittlerweile aus China. „Das Coronavirus wird für die Solarbranche zu einem Problem“, sagt Detlef Neuhaus, Chef des Dresdner Modulherstellers Solarwatt im Gespräch mit dem Handelsblatt. Wie groß dieses Problem wird, bleibe zwar abzuwarten. Manche Händler berichten allerdings schon jetzt von Lieferschwierigkeiten.

Nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) stammen mehr als 60 Prozent der weltweit verbauten Solarmodule aus China. Die Weltmarktführer auf dem Modulmarkt heißen Jinkosolar, Trina oder Ja. Und dort stehen die Fabriken derzeit still. Erst seit wenigen Tagen hört man, dass einzelne Fertigungslinien wieder hochgefahren werden. Bis der Rückstand aufgeholt ist, dürfte es aber noch lange dauern. Wie lange genau, weiß niemand. Und die Lagerbestände sind knapp. 

Analysten schätzen, dass deswegen auch die Preise für Photovoltaik-Module steigen dürften. Für den Februar verzeichnete die Handelsplattform pvxchange einen Preisanstieg für kristalline Solarmodule – teilweise um fast sechs Prozent.

Auch Solarwatt bezieht einzelne Teile aus China, auch wenn die Modulfertigung in Dresden sitzt. Im Moment könne man aber noch uneingeschränkt liefern. „Aktuell sind wir der Einäugige unter den Blinden, uns hat es nicht ganz so stark erwischt“, versichert Neuhaus.

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    Andere Händler, die ihre Module komplett aus China beziehen, haben größere Probleme. Teilweise mussten Unternehmen ihre Kunden bereits über drohende Lieferengpässe informieren. Einige Projekte habe man sogar um mehrere Monate verschieben müssen, heißt es aus der Branche. „Das ist ein echtes Thema, das in Europa jetzt gerade erst losgeht“, glaubt der Solarwatt-Chef.

    Und das, wo es mit der deutschen Solarbranche gerade wieder richtig gut läuft. Allein im vergangenen Jahr ist der Markt für Photovoltaik hierzulande um 30 Prozent gewachsen. „Ja, der Solarmarkt in Deutschland wächst. Aber nicht so, wie er könnte“, kritisiert Neuhaus trotz der guten Zahlen.

    2019 machte der Dresdner Modulhersteller einen Umsatz von 90 Millionen Euro, zehn Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Schwarze Zahlen soll es aber erst in zwei bis drei Jahren geben.

    Das meiste Wachstum verzeichnet Solarwatt allerdings nicht auf dem Heimatmarkt, sondern in den Beneluxstaaten und nordeuropäischen Ländern wie Norwegen und Schweden. In Deutschland sieht Neuhaus neben der „ausufernden Bürokratie“ auch den Solardeckel als ein großes Hemmnis auf dem Markt.

    Wann wird der Solardeckel aufgehoben?

    Erreicht der deutsche Solarmarkt ein Volumen von 52 Gigawatt, sollten die Einspeisevergütungen für Photovoltaik eigentlich an ihr Ende kommen. Das heißt, wer eine Solaranlage auf dem Hausdach installiert, würde dafür keine staatliche Förderung mehr erhalten. Ende 2019 waren bereits 50 Gigawatt Solarkraft am Netz. 

    Aufgrund der Corona-Krise dürfte der Deckelwert von 52 Gigawatt erst ein paar Wochen später erreicht werden, aber selbst in diesem Fall wäre bis Juni damit zu rechnen.

    Und obwohl großflächige Solarprojekte immer rentabler werden, gilt das für Aufdachanlagen noch nicht. Dort glauben Experten, dass es noch ein paar Jahre dauert, bis sich die Technologie aus wirtschaftlicher Sicht rechnet. Für die Solarbranche eine drohende Katastrophe. 

    Die Bundesregierung hatte zwar schon mehrfach angekündigt, den Solardeckel aufzuheben – passiert ist bislang jedoch nichts. „Wir werden den Förderdeckel für Photovoltaik aufheben“, hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erst beim „Handelsblatt-Energiegipfel“ im Januar in Berlin gesagt. Wann genau das geschehen soll, ließ er jedoch offen.

    Mehr: Solarenergie ist sehr vielfältig einsetzbar. Ein Überblick über die neuesten Trends.

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