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Energie

Erneuerbare Energien Solarkonzern Blue Elephant Energy kündigt Börsengang an

Der Betreiber von Wind- und Solarparks wächst dank des boomenden Erneuerbaren-Geschäfts beträchtlich. Bei einem Börsengang will er nun noch mehr Kapital einsammeln.
18.06.2021 - 07:45 Uhr Kommentieren
Auch dieser Solarpark in Groningen gehört zu dem Portfolio des Hamburger Unternehmens.  Quelle: Blue Elephant Energy
Solarpark

Auch dieser Solarpark in Groningen gehört zu dem Portfolio des Hamburger Unternehmens. 

(Foto: Blue Elephant Energy)

Düsseldorf Die Zeiten, in denen deutsche Solarkonzerne die Börsen aufgewirbelt haben, sind lange vorbei. Aber jetzt kommt wieder Bewegung in die Branche. Denn der Solarkonzern Blue Elephant Energy (BEE) will an die Börse gehen. 

Das Hamburger Unternehmen profitiert von dem Boom der Erneuerbaren und will mit dem IPO neues Kapital einsammeln: „Wir haben uns für den Börsengang entschieden, weil wir weiter wachsen wollen. Der Markt entwickelt sich gerade sehr dynamisch“, sagt BEE-CEO Felix Goedhart im Gespräch mit dem Handelsblatt. Rund 150 Millionen Euro soll die Kapitalerhöhung einbringen. Schon jetzt explodiere die Nachfrage für Grünstromprojekte regelrecht, so der 57-Jährige. 

Erst in der vergangenen Woche hatte BEE einen Megadeal mit dem baden-württembergischen Energieversorger EnBW verkündet. Drei Solarparks mit einer Gesamtleistung von 150 Megawatt bauen die Hamburger in Spanien. Der Strom wird an die EnBW geliefert.

Aufträge in dieser Größenordnung seien in Zukunft keine Seltenheit, glaubt Goedhart. „Wir sehen weltweit gigantischen Zubau auch in Ländern, die bislang hinterherhinken.“ Auch in den nächsten Jahren rechnet BEE deswegen mit einem rasanten Wachstum.

Weil Strom aus Wind- und Solaranlagen immer günstiger wird und mehr und mehr Länder ihre Klimaziele verschärfen, sind die Aktien von Projektierern wie Energiekontor, Encavis oder Clearvise regelrecht durch die Decke gegangen.

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Wo andere Branchen im Corona-Jahr 2020 mit Verlusten kämpften, feierten Wind-, Solar- und Bioenergieunternehmen Umsatz- und Gewinnrekorde. Lange unterschätzt, erwiesen sich die grünen Unternehmen in Pandemie-Zeiten nahezu krisenfest. Jedes dritte der weltweit rund 100 börsennotierten Unternehmen in dieser Branche hat seinen Aktienkurs in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdreifacht. 

Blue Elephant Energy: 86 Prozent des Geschäfts im Ausland

„Auslöser ist der Paradigmenwechsel bei vielen Unternehmen, auf grüne Energien umzustellen. Deshalb hat gerade bei Betreibern und Projektierern diese Aufwertung stattgefunden“, begründet Dierk Paskert, Chef des Solarkonzerns Encavis aus Hamburg das Hoch an den Börsen. 

Immer mehr Länder sehen die „Green Recovery“, eine grüne Erholung der Wirtschaft, als den Weg der Zukunft. So hat Kanada seine Staatshilfen in Corona-Zeiten an feste Klimaziele für die Unternehmen geknüpft. Europa fördert mit seinem „Green Deal“ den Umschwung von fossilen auf grüne Energieträger. Bis 2050 will die Staatengemeinschaft klimaneutral sein und will dafür in den nächsten zehn Jahren eine Billion Euro investieren.

Blue Elephant Energy ist in gleich mehreren europäischen Ländern vertreten. Die Hamburger betreiben den größten Solarpark Griechenlands, mit EnBW bald den größten Spaniens und sind Marktführer in den Niederlanden. „Wir sehen in unserer internationalen Aufstellung definitiv einen Vorteil gegenüber anderen Wettbewerbern“, glaubt Goedhart. Wo Wettbewerber sich häufig noch auf Deutschland konzentrieren, hat BEE schon 86 Prozent seines Geschäfts im Ausland. Darunter auch ein Großprojekt in der Dominikanischen Republik. 90 Prozent der Umsätze aus dem bestehenden Portfolio seien für die nächsten 15 Jahren schon abgesichert, sagt Goedhart. 

Dabei werden stetig weniger Projekte mit staatlicher Finanzierung für 20 Jahre abgesichert – in der Vergangenheit immerhin eine verlässliche Einnahmequelle für die Planer und Betreiber von Wind- und Solarparks. Jetzt werden immer mehr Projekte über sogenannte Direktstromlieferverträge abgeschlossen, kurz PPAs (Power Purchase Agreements). „Zwischen PPAs und staatlichen Fördertarifen ist jetzt schon kein großer Unterschied mehr, weil die staatlichen Tarife per Auktion ermittelt werden und mittlerweile sehr nah am Marktpreis sind“, sagt der BEE-Chef. Das Geschäft lohne sich so oder so. 

Der CEO hat lange als Vorstandsvorsitzender bei dem Konkurrenten Encavis gearbeitet.  Quelle: Blue Elephant Energy
Felix Goedhardt

Der CEO hat lange als Vorstandsvorsitzender bei dem Konkurrenten Encavis gearbeitet. 

(Foto: Blue Elephant Energy)

Profitabel ist das 2016 gegründete Unternehmen schon seit drei Jahren. 2020 verzeichnete BEE einen operativen Gewinn von 11,4 Millionen Euro, bei einem Umsatz von 82 Millionen Euro. Bringt der Börsengang das erhoffte Kapital, könnte sich dieser im Jahr darauf noch deutlich steigern. In der Projektpipeline hat BEE schon jetzt 1600 Megawatt. 

Für 2021 rechnet das junge Unternehmen mit einem Umsatz von 100 Millionen Euro und einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 74 Millionen Euro (2020 waren es 61 Millionen Euro). 

Eine der Stärken des jungen Unternehmens ist die Expertise. Goedhart selbst war neun Jahre lang Chef des Solarparkbetreibers Encavis, der erst im März in den MDax aufgerückt ist. 2015 hat er den Konzern mit ein paar anderen Mitarbeitern verlassen und mithilfe der Familien Wacker (Wacker Chemie) und Jahr (ehemals Gruner + Jahr) Blue Elephant Energy gegründet. Rund eine Milliarde Euro sind seither in das Unternehmen geflossen. Mit dem Gang aufs Parkett soll nun der nächste Schritt folgen. 

Gerade in den vergangenen Wochen ist der Höhenflug der Öko-Aktien allerdings etwas ins Stocken geraten. Encavis, Clearvise, PNE und Co. verzeichnen zum ersten Mal seit mehr als acht Monaten einen Kursrückgang. Experten gehen allerdings davon aus, dass das die überfällige Korrektur an den Märkten ist. Das glaubt auch Goedhart: „Der teilweise starke Anstieg einiger Aktien aus dem Renewables-Bereich vor einigen Monaten war etwas übertrieben, das hat sich aber mittlerweile korrigiert.“ 

Mehr: Wissenschaftler empfehlen: Diese 14 Schritte führen zu Klimaneutralität

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