Fernwärme: Wo die Wärmewende an ihre Grenzen stößt
Städte und Gemeinden in ganz Deutschland sollen in den kommenden Jahren festzulegen, welche Bürger Fernwärme bekommen – und welche sich selbst um eine klimafreundliche Heizung kümmern müssen.
(Quelle: dpa, medl.)
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Die Stadtwerke Mülheim ringen dieser Tage mit einer gewaltigen Summe: 150 Millionen Euro – so viel müssen sie womöglich ausgeben, um künftig mehr Bürger mit sauberer Fernwärme zu versorgen. Dabei verdienen die Stadtwerke der 170.000-Einwohner-Stadt in NRW gerade mal ein Zehntel davon pro Jahr. Doch solche Großprojekte sind politisch gewollt: Heute hat die Bundesregierung einem Entwurf für das Wärmeplanungsgesetz zugestimmt – und damit die Grundlage für das viel diskutierte Heizungsgesetz abgenickt.
Das Wärmeplanungsgesetz zwingt Städte und Gemeinden in ganz Deutschland, in den kommenden Jahren festzulegen, welche Bürger Fernwärme bekommen – und welche sich selbst um eine klimafreundliche Heizung kümmern müssen. Aber was für Hausbesitzer nach Orientierung klingt, stellt Kommunen wie Mülheim an der Ruhr vor riesige Herausforderungen.
Für den dortigen Stadtwerke-Geschäftsführer Hendrik Dönnebrink ist es vor allem eine Investition ins Ungewisse. Der Mittfünziger möchte Mülheim gerne so schnell wie möglich mit grüner Fernwärme versorgen. Aber in der Umsetzung fühlt er sich von den politischen Entscheidern in Berlin alleingelassen. Die ambitionierten Ampelpläne werfen in der Praxis noch viele Fragen auf – Fragen, die Dönnebrink niemand beantworten kann.