Katherina Reiche: Westenergie gibt Reiches Nachfolger bekannt
Düsseldorf. Das Energieunternehmen Westenergie hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden benannt. Die bisherige Chefin Katherina Reiche ist jetzt Bundeswirtschaftsministerin – ihr nachfolgen soll erst einmal der Energiemanager Bernd Böddeling.
Er übernimmt den Vorstandsvorsitz am 20. Mai und damit praktisch ab sofort. Sein neues Amt ist zeitlich bis zum 31. Dezember 2025 befristet. Bis dahin soll eine langfristige Nachfolge organisiert werden.
Bislang war Böddeling Aufsichtsratschef von Westenergie. Sein Amt im Aufsichtsrat wird aber ruhen, solange er Vorstandsvorsitzender ist. Stattdessen wird Eon-Vorstand Thomas König Aufsichtsratsvorsitzender.
Westenergie ist eine hundertprozentige Eon-Tochter. Das Unternehmen betreibt Strom- und Gasnetze, Wasserleitungen und Breitbandinternet in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen.
Böddeling ist neben seinen Aufgaben bei Westnetz auch Senior Vice President Energy Networks Germany bei Eon. Dieses Amt behält er auch während seiner Rolle als Interimschef bei Westenergie.
Ein Manager mit Erfahrung
Der neue Westenergie-Chef arbeitet schon seit Jahrzehnten in der Energiebranche. 1993 begann er bei RWE, dort hatte er mehrere leitende Funktionen im Controlling verschiedener Konzerngesellschaften inne.
2008 wurde Böddeling Finanzvorstand der früheren Tochter RWE Rhein-Ruhr, die Kunden mit Strom, Gas und Wasser versorgte. Ein Jahr später wurde er Finanzvorstand von RWE Deutschland.
Seit 2020 leitet Böddeling bei Eon den Bereich der deutschen Energienetze.
Große Aufgaben in der Energiewende
Zum Amtsantritt bei Westenergie sagte Böddeling am Montag: „Die Energiewende mitzugestalten, ist eine der zentralen Aufgaben, die wir mit Entschlossenheit angehen werden.“
Dabei wird Böddeling sich auch an den Entscheidungen seiner Vorgängerin orientieren müssen. Katherina Reiche kündigte in ihrem ersten Interview als Bundeswirtschaftsministerin am Wochenende im Handelsblatt an: „Der Erfolg der Energiewende bemisst sich nicht an der Anzahl der installierten Photovoltaikanlagen, sondern daran, wie wir die CO2-Emissionen zu vertretbaren Kosten reduzieren.“
Unter der Vorgängerregierung war der Ausbau von Photovoltaik so schnell vorangeschritten wie nie zuvor. Binnen eines Jahres gingen in Deutschland fast eine Million neue Solaranlagen ans Netz.
Zuletzt aber kritisierten Stromnetzbetreiber wie Eon, dem günstigen Strom aus erneuerbaren Energien stünden zunehmend hohe Gebühren wegen eines teuren Stromnetzausbaus gegenüber, der durch eine zu schnelle Energiewende nötig werde.
Reiche sagte deshalb: „Wir brauchen ein klares Bild vom Stand der Versorgungssicherheit, des Ausbaus der erneuerbaren Energien und der Stromnetze sowie eines realistischen Strombedarfs. Das werden wir alles kritisch überprüfen.“
Die bundesweiten Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien dürften somit langfristig auch die Arbeit von Westenergie beeinflussen.