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NetzbetreiberBundestag gibt Mittel für Einstieg des Bundes bei Tennet frei

Der Bund will für den Einstieg beim Stromnetzbetreiber Milliarden aufwenden. Die Haushaltsgelder, die für den von der KfW getragenen Kauf von Tennet-Anteilen nötig sind, sind nun genehmigt.Martin Greive, Catiana Krapp, Klaus Stratmann 16.01.2026 - 11:09 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Zwei Mitarbeiter im Tennet-Umspannwerk Klixbüll/Süd: Der Bund steigt ein. Foto: dpa

Berlin, Düsseldorf. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat die Voraussetzungen für den Einstieg des Bundes beim Stromnetzbetreiber Tennet geschaffen. Das Gremium gab am Freitag die Mittel für den Erwerb einer Sperrminorität von 25,1 Prozent an dem größten Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland frei. Das erfuhr das Handelsblatt aus Bundestagskreisen. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters darüber berichtet.

Bei den Transaktionskosten sprechen Insider von einem „vertretbaren Rahmen“. Demnach ist der Deal von mehreren Beratern begleitet worden: Die Bank Citigroup und die Unternehmensberatung Grant Thornton sollen für die Fairnessbewertung zuständig gewesen sein, die Unternehmensberatung PWC für die Bewertung der Wirtschaftlichkeit und die Kanzlei CMS für die Risikobewertung.

Der Bund will für den Kauf insgesamt bis zu 7,6 Milliarden Euro aufwenden, wie aus einer Beschlussvorlage des Bundesfinanzministeriums für den Ausschuss hervorgeht. Diese Summe dürfte aber nicht dem vollen Kaufpreis für die Anteile entsprechen, wie eine Person aus Bankenkreisen dem Handelsblatt sagte.

Der Kaufpreis wird dabei nicht aus dem Bundeshaushalt bezahlt, sondern von der Förderbank KfW übernommen. Der Bund sichert diese Zahlung ab und begleicht zudem die Beraterhonorare. Laut einer Unternehmensmitteilung war Tennet Deutschland Ende 2025 rund 40 Milliarden Euro wert. Die Mittel, die die KfW für Kauf und Halten eines 25-Prozent-Anteils an Tennet aufbringen muss, dürften entsprechend deutlich höher liegen.

Für die Entsperrung der Mittel hätten Union, SPD und Grüne gestimmt, hieß es von der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Ausschusskreise. Die AfD habe dagegen gestimmt, die Linke habe sich enthalten.

Singapur-Beteiligung als Beweggrund für Einstieg des Bundes

Der Einstieg des Bundes bei Tennet Deutschland ist seit Langem geplant. Schon Vorgängerregierungen hatten darüber mit der Muttergesellschaft, der niederländischen Tennet Holding, und dem niederländischen Staat verhandelt. Tennet Deutschland befindet sich aktuell noch mehrheitlich im Eigentum des niederländischen Staates.

Tennet Deutschland ist der größte deutsche Übertragungsnetzbetreiber und unterhält ein rund 14.000 Kilometer langes Höchstspannungsstromnetz zwischen Schleswig-Holstein und Bayern. Der niederländische Staat will sich von seiner Deutschland-Tochter trennen, um nicht mehr in das deutsche Stromnetz investieren zu müssen.

Die niederländische Muttergesellschaft hatte im September 2025 mit drei Investoren, dem Pensionsfonds APG, dem norwegischen Staatsfonds Norges Bank Investment Management und dem singapurischen Staatsfonds GIC, einen Vertrag über deren Beteiligung an Tennet Deutschland geschlossen. Die drei Investoren kommen künftig auf einen Anteil von 46 Prozent. Der niederländische Staat behält 28,9 Prozent.

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Die Beteiligung des deutschen Staates gewähre „starke Einflussrechte, insbesondere Vetorechte für den Businessplan und die Besetzung der Geschäftsführung“, heißt es in der Ministeriumsvorlage. Ein Berater sagte dem Handelsblatt zudem, dass auch die Beteiligung des singapurianischen Staatsfonds ein Beweggrund für die Bundesregierung gewesen sei, bei Tennet einzusteigen.

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