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Absturz im Iran Pilotenvertretung fordert restriktivere Vorgaben der Behörden für Luftverkehr in Krisengebieten

Nach dem Absturz einer Passagiermaschine im Iran fordert die Vereinigung Cockpit strenge Regeln für zivilen Luftverkehr in Gebieten mit einer militärischen Konfrontation.
10.01.2020 - 18:59 Uhr Kommentieren
Teheran soll vorerst bis zum 20. Januar nicht mehr von den Airlines der Lufthansa-Gruppe angeflogen werden. Quelle: dpa
Lufthansa-Pilot

Teheran soll vorerst bis zum 20. Januar nicht mehr von den Airlines der Lufthansa-Gruppe angeflogen werden.

(Foto: dpa)

Frankfurt Nach dem Absturz einer Passagiermaschine nahe Teheran fordert die Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit (VC) straffere und klarere Vorgaben seitens der Behörden, was den zivilen Luftverkehr in Gebieten mit einer militärischen Konfrontation angeht. Natürlich werde versucht, alles und immer zu fliegen, sagte Janis Schmitt, der Sprecher der VC, dem Handelsblatt: „Es soll aus unserer Sicht aber nicht aus rein wirtschaftlichen Aspekten versucht werden, jeden Flug durchführen zu lassen.“

Hintergrund sind sich verdichtende Hinweise, dass das Flugzeug der Ukraine International Airlines versehentlich von der Luftabwehr Irans abgeschossen wurde. Dabei kamen alle 176 Insassen ums Leben. Sollten sich die bisher noch validierten Informationen bestätigen, wäre das der zweite Abschuss einer Passagiermaschine innerhalb weniger Jahre. Im Juli 2014 wurde ein Flugzeug der Malaysia Airlines über der Ostukraine durch eine russische Rakete zum Absturz gebracht. Alle 268 Menschen an Bord starben.

Schmitt von der VC machte deutlich, dass zwar jeder Pilot darüber entscheiden darf, ob er im Rahmen seiner Informationen einen sicheren Flug durchführen kann oder nicht, und ob er diesen dann antritt oder nicht. Allerdings werde seine Entscheidung durch die Informationspolitik der Airlines und Behörden beeinflusst.

„Wenn diese sagen, alles sei sicher, ist das Besatzungsmitglied geneigt, dieses zu glauben“, so Schmitt. „Da möchten wir, dass restriktiveres Handeln stattfindet und das Bestmögliche hinsichtlich der Sicherheit für die Passagiere und die Besatzungen unternommen wird, auch wenn das heißt: Wir fliegen heute nicht mehr in das Krisengebiet.“ Deshalb müssten die Behörden den Airlines klare Anweisungen geben und die Fluglinien müssten sich dann an diese halten.

Schmitt betonte, dass diese Forderung an alle Beteiligten gerichtet sei und die VC dabei nicht bestimmte Airlines im Blick habe. Die unklare Situation im Iran hatte viele Fluggesellschaften vor eine schwierige Entscheidung gestellt.

Zu Beginn hieß es, der Jet der Ukraine International Airlines sei wahrscheinlich wegen eines technischen Defekts abgestürzt. Daraufhin hatte etwa Lufthansa den Verkehr nach Teheran nach einer kurzen Unterbrechung und nach Beratungen mit den zuständigen Behörden wieder aufgenommen. Als dann am Donnerstagabend erste Informationen durchsickerten, dass US-Behörden doch von einem Abschuss des Jets ausgingen, rief Lufthansa einen Flug, der schon nach Teheran unterwegs war, umgehend wieder zurück.

Nun soll die iranische Hauptstadt vorerst bis zum 20. Januar nicht mehr von den Airlines der Lufthansa-Gruppe angeflogen werden. Grund sei die „unklare Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen in Teheran“. Man werde gemeinsam mit nationalen und internationalen Behörden die Sicherheitslage weiterhin bewerten. Danach werde entschieden, ob und wann Iran-Flüge wieder durchgeführt werden könnten, heißt es bei Lufthansa.

Mehr: Ein ukrainischer Passagierjet ist im Iran abgestürzt, alle Insassen sind tot. Teheran spricht von einem Triebwerksdefekt. Ein deutscher Luftfahrtexperte hat Zweifel.

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