Baywa: Abschreibungen sorgen für Milliardenverlust
München. Abschreibungen auf Beteiligungen wie die am Wind- und Solar-Projekt-Tochter Baywa r.e. brocken dem Münchner Agrar- und Baustoffhändler Baywa einen Milliardenverlust ein. Für das vergangene Jahr habe das Unternehmen einen Verlust von rund 1,6 Milliarden Euro erwirtschaftet, teilte die Baywa am Donnerstag mit. Das komplette Zahlenwerk soll am 10. Juli veröffentlicht werden.
Durch die Buchwert-Abschreibungen ergebe sich nach deutschen Bilanzierungsvorschriften (HGB) – wie im Zuge der Sanierung erwartet ein negatives Eigenkapital. Darüber muss die Baywa ihre Aktionäre auf der Hauptversammlung am 26. August informieren.
Auf die Sanierungspläne habe die Entwicklung keinen Einfluss, erklärte das Unternehmen. Die Baywa steht kurz vor einer Kapitalerhöhung um 200 Millionen Euro, zu der die beiden Großaktionäre aus dem Genossenschaftssektor 150 Millionen Euro beisteuern wollen. Mit dem Verkauf fast aller Beteiligungen im Ausland soll das Eigenkapital nach dem Sanierungsplan bis 2028 wieder positiv werden.
Ein schuldenfinanzierter Expansionskurs im Ausland unter dem ehemaligen Vorstandschef Klaus Josef Lutz hatte das Traditionsunternehmen vor einem Jahr an den Rand der Pleite geführt. Dem Konzern drohte das Geld auszugehen. Der neue Vorstand mit dem Sanierungsexperten Michael Baur versucht den Schuldenberg von mehr als fünf Milliarden auf eine Milliarde Euro abzubauen.
Wurzel des Übels ist offenbar die Baywa r.e., auf die der größte Teil der Abschreibungen entfällt. Das Unternehmen baut und entwickelt Wind- und Solarparks, um sie anschließend an andere Investoren weiterzuverkaufen. Dafür hatte sich Baywa r.e. bei Banken und bei der Muttergesellschaft Milliarden geliehen. Doch das Geschäft geriet ins Stocken, Projekte ließen sich nicht mehr so leicht und lukrativ verkaufen, womit die Erlöse aus den Verkäufen ausfielen und die Verluste wuchsen.