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Billig-AirlineNewcomer Swiss Skies will mit niedrigen Preisen auf der Langstrecke angreifen

Vier Airline-Manager wollen mit einer Billigfluglinie die etablierten Anbieter attackieren – auch ein ehemaliger Air-Berlin-Manager ist mit an Bord.Jens Koenen und Michael Brächer 16.09.2018 - 18:23 Uhr Artikel anhören

Die vier erfahrenen Airline-Manager wollen Langstreckenflüge zu Kampfpreisen realisieren.

Foto: picture alliance/KEYSTONE

Basel. Mit ihren Anzügen und ihrem ruhigen Auftreten wirken Armin Bovensiepen und seine drei Mitstreiter nicht wie Draufgänger. Doch ihr Plan ist tollkühn. Der ehemalige Air-Berlin-Manager will die großen Fluggesellschaften mit einer neuen Airline attackieren. „Swiss Skies“ soll Langstreckenflüge von kleineren Flughäfen zum Kampfpreis anbieten. „Wir wollen, dass sich in der Luftfahrtindustrie etwas ändert“, sagte Bovensiepen am vergangenen Freitag in Basel.

Die Luftfahrtbranche verfolgt das Projekt aufmerksam. „Wer eine neue Airline gründet, braucht einen langen Atem, mindestens fünf Jahre“, sagt Gerald Wissel vom Beratungsunternehmen Airborne Consulting aus Hamburg. In dieser Zeit müssten Verluste finanziert werden. „Zusätzlich benötigt man eine wachsende Flotte, um Größenvorteile realisieren zu können. Dazu müssen die Investoren bereit sein.“

Dass es dennoch klappt, dazu soll die neue Langstreckenversion des Airbus-Fliegers A321neo, die rund 7.500 Kilometer zurücklegen kann, beitragen. Mit den vergleichsweise kleinen Jets sei es möglich, auch größere Distanzen zu einem wettbewerbsfähigen Preis anzubieten – solange man von Flughäfen aus der zweiten Reihe startet, erläutert Bovensiepen. „Ich stehe der Idee grundsätzlich positiv gegenüber.

„Der A321neo LR kann eine neue Ära auf der Langstrecke einläuten“, bestätigt Experte Wissel den Ansatz. Außerdem handele es sich bei den Gründern um erfahrene Airline-Manager.

Die vier – Alvaro Oliveira, Armin Bovensiepen, Philippe Blaise und Harald Vogels – kennen sich aus der Luftfahrtindustrie. „Als wir die Zutaten für unseren Cocktail mischten, merkten wir, dass wir mit dem richtigen Flugzeug ein kostengünstiges Angebot machen können“, sagt Bovensiepen.

Die Jets sollen zunächst nordamerikanische Städte mit „sekundären Destinationen“ in Europa verbinden, wo es keine Direktflüge gibt. „Wir geben den Passagieren Lebenszeit zurück“, lautet das vollmundige Versprechen. Dafür kosten Services an Bord extra. Ob dieser Teil des Konzepts aufgehen wird, ist offen.

„Um Geschäftsreisende zu gewinnen, spielen neben dem Preis auch noch andere Faktoren wie Flugplan, Firmenverträge und Loungezugang eine Rolle“, weiß Berater Wissel. Ein idealer Flugplan für Geschäftsreisende müsse nicht zwingend auch ein attraktives Angebot für Privatreisende bedeuten. „Zusätzlicher Service kostet wiederum Geld und erhöht Kosten und Komplexität.“

Schon seit zwei Jahren laufen die Vorbereitungen für das Projekt. „Die Resonanz hat uns selbst überrascht“, sagt Harald Vogels, der einst für die schweizerische Airline Farnair gearbeitet hat. Dennoch versuchen die Macher, nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Es gehe ihnen zunächst um die Vorstellung des Projekts, der Start der Airline sei frühestens für das zweite Halbjahr 2019 geplant.

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Erste Gespräche mit Investoren seien ermutigend verlaufen. Überprüfen lässt sich das nicht. „Namen dürfen wir noch nicht nennen“, sagt Vogels.

Das Ziel: Schon nach drei Jahren soll die Airline profitabel sein. Die Rede ist von einer Flotte von 38 Flugzeugen, 45 Reisezielen und rund 1 900 Mitarbeitern. Die vier Swiss-Skies-Gründer halten die Herausforderung für machbar. „Wir haben das alles durchkalkuliert“, sagt Alvaro, „wir sind keine Abenteurer.“

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