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DüngemittelBergbaukonzern K+S erhöht Gewinnprognose – Aktie steigt deutlich

Der Ukrainekrieg treibt die Preise für Düngemittel in die Höhe. Davon profitiert K+S, so dass sich auch das Kursziel von JP Morgan für den Konzern ändert.Kevin Knitterscheidt 13.04.2022 - 14:49 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Preise für Düngemittel ziehen an.

Foto: dpa

Düsseldorf. Während die hohen Energiepreise in vielen Branchen für einen Gewinneinbruch sorgen, erhält der Bergbaukonzern K+S in seinem Düngemittelgeschäft durch die gestiegenen Preise erheblichen Rückenwind.

Wie der MDax-Konzern am Mittwoch mitteilte, rechnet der Vorstand im laufenden Geschäftsjahr mit einem deutlich höheren Gewinn als zunächst angepeilt: Statt eines Betriebsergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von bis zu 1,9 Milliarden Euro stellt K+S nun ein Ergebnis von 2,3 bis 2,6 Milliarden Euro in Aussicht.

Als Grund nannte das Unternehmen unter anderem die dramatisch gestiegenen Preise für Düngemittel, deren Zuwachs die höheren Kosten für Energie, Logistik und Material überstieg. Entsprechend erhöht sich auch die Erwartung für den freien Kapitalfluss, der nach Abzug etwaiger Sondereffekte nicht länger bei 600 bis 800 Millionen Euro, sondern zwischen einer und 1,2 Milliarden Euro liegen soll. Dabei beruht die Prognose auf der Annahme, dass es nicht zu Produktionsunterbrechungen infolge einer Gasmangellage kommt.

Zuletzt hatte die Erdgasknappheit bei zahlreichen Düngemittelproduzenten zu Produktionsproblemen geführt. So hatte der europäische Marktführer für Stickstoffdünger aus Norwegen zuletzt angekündigt, die Auslastung seiner Werke wegen der hohen Energiepreise auf 45 Prozent herunterzufahren.

Erdgas macht rund 80 Prozent der Herstellungskosten aus. Dabei waren die Düngemittelpreise schon vor dem Ukrainekrieg erheblich gestiegen.

Belarus fällt als Lieferant aus

Das hängt vor allem damit zusammen, dass Russland der weltgrößte Exporteur von Düngemittel ist. Doch weil der russische Handel mit vielen Staaten seit Kriegsausbruch deutlich eingeschränkt ist, profitieren Lieferanten aus anderen Ländern.

Zwar produziert K+S keinen Stickstoffdünger auf Basis von Erdgas, sondern sogenannten Grunddünger, der aus im Bergbau gewonnenem Kaliumchlorid besteht. Von der Preisrally profitiert der Konzern trotzdem: Denn mit Belarus fällt wegen der Sanktionen ein wichtiges Lieferland für Kaliumchlorid aus.

An der Börse wurde die Prognoseanhebung mit Kurszuwächsen für K+S belohnt. Zeitweise stieg der Kurs des MDax-Konzerns um mehr als 6,5 Prozent, nachdem sich die Marktkapitalisierung seit Jahresbeginn wegen des günstigen Umfelds mehr als verdoppelt hatte.

Analysten wie Chetan Udeshi von der US-Investmentbank JP Morgan sehen dennoch Aufwärtspotenzial: Bereits vor wenigen Tagen hatte das Geldhaus seine Empfehlung von „Verkaufen“ auf „Kaufen“ geändert und dabei das Kursziel von 12,50 Euro auf 44,50 Euro erhöht. Derzeit notiert die Aktie bei 34,57 Euro.

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Versorgungsengpässe und hohe Energiepreise bildeten ein positives Umfeld für Düngemittelkonzerne, das 2022 prägen werde und vielleicht auch noch 2023, schrieb der Analyst in einer am Freitag vorgelegten Studie. Der jahrelange Abwärtstrend der Aktie, die im März 2020 mit einer Notierung von 5,28 Euro einen Tiefpunkt erreicht hatte, scheint damit vorerst gestoppt.

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