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Erfolg für Gründer Hülsewig Mehr Kies für Schüttflix: Investor steigt bei Lieferdienst für Baumaterial ein

Per App einen Lkw mit Schüttgut zur Baustelle ordern: Christian Hülsewigs Start-up macht das möglich. Für den Erfolg sorgt auch Sophia Thomalla.
10.08.2020 - 16:32 Uhr Kommentieren
Das Logistik-Start-up vermittelt Baumaterialien wie Kies und Sand. Quelle: Schüttflix
Bagger und Kipplaster von Schüttflix-Unternehmen

Das Logistik-Start-up vermittelt Baumaterialien wie Kies und Sand.

(Foto: Schüttflix)

Hamburg Eine fast unmöglich scheinende Mission hat Christian Hülsewig bereits erfüllt: Mit dem Einstieg der Schauspielerin Sophia Thomalla bei seinem Start-up Schüttflix hat er dem drögen Thema Schüttgut etwas Glamour verliehen.

Seit Herbst 2019 ist Thomalla Gesellschafterin des Unternehmens. Und seither taucht Schüttflix weitaus öfter in den Medien auf, als es das Betätigungsfeld rund um Kies, Schotter und Sand vermuten ließe. Für Gründer Hülsewig lohnt es sich, die Schauspielerin als Markenbotschafterin so fest an das Start-up gebunden zu haben.

Denn die Aufmerksamkeit, die der Unternehmer aus Gütersloh erfahren hat, zahlt sich erneut aus: Jetzt steigt der Risikokapitalgeber Holtzbrinck Ventures mit ein – nur ein Vierteljahr nach dem Geldgeber Speedinvest. Zusammen hat Hülsewig damit bereits 14 Millionen Euro für das Wachstum seines Unternehmens eingesammelt. Zwei Jahre nach der Gründung ist das eine ansehnliche Summe.

Die Idee hinter Schüttflix: Hülsewig will Sand, Schotter und Kies für Mitarbeiter von Bauunternehmen so einfach bestellbar machen, wie sie es zu Hause vom elektronischen Versandhandel gewohnt sind. Innerhalb von vier Stunden soll der über eine App bestellte Laster mit Material auf die Baustelle fahren. 750 Spediteure und 650 Kies- und Sandgruben sind nach seinen Angaben schon dabei. 12.000 Lieferungen sollen bereits rausgegangen sein. Bislang ist NRW das Kerngebiet, bis zum Jahresende will Hülsewig in ganz Deutschland lieferfähig sein.

„Für die bundesweite Expansion würden zwei bis drei Millionen Euro locker reichen“, erklärt der 33-Jährige. Mit dem zusätzlichen Geld will er das bestehende Geschäft weiter ausbauen: „Wir können das Ding jetzt richtig groß machen.“ Zunächst sollen auch Abfuhren von der Baustelle zu Füllgruben dazukommen. Später sei auch die Lieferung etwa von Diesel, Asphalt oder Transportbeton denkbar.

Ab dem kommenden Jahr soll Schüttflix ins Ausland expandieren. Für die Pläne wächst auch das Team: Derzeit sorgen 30 Mitarbeiter für einen siebenstelligen Monatsumsatz, in einem Jahr sollen es etwa 100 Personen sein.

Partner aus der Branche

Der Schüttflix-Gründer kann sich über eine weitere Investition in sein Unternehmen freuen. Quelle: Schüttflix
Christian Hülsewig

Der Schüttflix-Gründer kann sich über eine weitere Investition in sein Unternehmen freuen.

(Foto: Schüttflix)

Holtzbrinck Ventures baut mit der Neuinvestition sein Logistik-Engagement aus. Auf Schüttflix sei der Risikokapitalgeber mitten in der Frühphasenrunde von Speedinvest aufmerksam geworden und dann noch mit aufgesprungen, schildert Holtzbrinck-Manager Felix Klühr. Daher folgten nun die Beteiligungen beider Investoren so ungewöhnlich kurz hintereinander.

Bislang ist Holtzbrinck Ventures bereits bei den Digitalspeditionen Sennder und Zencargo beteiligt. „Schüttflix und Sennder machen sich keine Konkurrenz, sondern können voneinander lernen“, hofft Klühr. „Wir glauben stark an die Digitalisierung des Bereichs.“ Das Marktpotenzial von Schüttgut sei mit 50 Milliarden Euro sogar noch deutlich größer als etwa das von Taxis oder Fernbussen.

Allerdings: Wie bei Sennder ist vieles bei Schüttflix Handarbeit. So braucht es einen starken Außendienst, der bei den Kiesgruben vor Ort darum wirbt, sich dem Netzwerk anzuschließen. Hilfreich ist dabei, dass der Wirbel um den Thomalla-Deal sich bis zu den Betreibern herumgesprochen hat – unterstützt durch einen Kalender, in dem die Schauspielerin zwischen Kiesbergen und Lastwagen posiert.

All das wäre wohl wenig hilfreich, wenn die Umsetzung nicht funktionierte. Beim Start half Schüttflix daher auch, dass von Anfang an ein starker Partner aus der Branche als Investor dabei war: der Gütersloher Bauunternehmer Thomas Hagedorn. Der hat sich bereits 1997 selbstständig gemacht und beschäftigt heute 500 Mitarbeiter.

Auch Gründer Hülsewig selbst stammt aus dem Logistikbereich. Vor der Selbstständigkeit organisierte er etwa bei Microsoft die Logistik für die Produktstarts der Spielekonsole Xbox. Zuvor arbeitete er in der Logistik der Bertelsmann-Dienstleistungsfirma Arvato. Seine Erfahrung aus dieser Zeit: „Entscheidend ist, die einfachen Dinge richtig gut hinzubekommen – in unserem Fall Sand, Schotter und Kies“, sagt er.

Mehr: Sophia Thomalla sorgt für Umsatzverdopplung bei Schüttflix.

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