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GoodbytzDieser Roboter könnte den Kantinenkoch ersetzen

Das Start-up Goodbytz will mit seinen Kochrobotern die Arbeit in Großküchen erleichtern. Dafür erhalten die Gründer nun ein Millionen-Investment.Dominik Jäger 24.10.2023 - 06:54 Uhr Artikel anhören

Herdplatten, Kühlschränke und Spülmaschinen sind im Küchenroboter verbaut.

Foto: Handelsblatt

Düsseldorf. Schlechte Bezahlung, ungünstige Arbeitszeiten – viele Aushilfen und Fachkräfte haben sich aus der Gastronomie verabschiedet. Der Branche geht das Personal aus. Ein Roboter könnte die Lösung sein, glauben die Gründer des Start-ups Goodbytz aus Hamburg. Sie haben eine Küchenhilfe gebaut, die kocht, abwäscht und anrichtet. Mit einem Investment von zwölf Millionen Euro wollen die drei Gründer Kevin Deutmarg, Philipp von Stürmer und Hendrik Susemihl ihr Geschäft ausbauen.

Dafür haben sie neue Investoren gewonnen. Zu den Geldgebern zählen die Block-Gruppe, die vor allem für die Restaurantkette Block House bekannt ist, sowie der Hamburger Wagniskapitalgeber Oyster Bay. Letzterer ist bereits seit kurz nach der Gründung vor zwei Jahren am Start-up Goodbytz beteiligt.

Bis 2025 will das Start-up 100 Küchenroboter hergestellt haben. „In den nächsten Monaten liefern wir noch in kleiner Stückzahl aus, aber mit der Investition wollen wir die Produktion ausbauen“, sagt Mitgründer Susemihl dem Handelsblatt. Die Zahl der Mitarbeiter soll in den nächsten Monaten von 35 auf 60 steigen.

Gesundes Essen aus Roboterhand

Alle drei Gründer haben Mechatronik und Robotik an der Technischen Universität Hamburg studiert, kennen sich von dort und haben auch danach zusammengearbeitet. Die Idee für den Küchenroboter kam Gründer Susemihl ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem viele Restaurants geschlossen waren.

Während der Coronapandemie habe er seine Ernährung umgestellt und sich mit gesunden Lebensmitteln auseinandergesetzt, erinnert er sich. „Dann habe ich meine neue Leidenschaft für Ernährung mit meinem Wissen aus der Robotik kombiniert.“ In Asien habe er gesehen, wie Roboter automatisch Wokpfannen wendeten.

Die Goodbytz-Gründer Kevin Deutmarg, Philipp von Stürmer und Hendrik Susemihl.

Foto: Handelsblatt

Mit einem Menschen hat der Roboter des Start-ups wenig gemein. In einem großen Edelstahlkasten mit lila LED-Leuchten hat Goodbytz die gängigen Küchengeräte verbaut: Herdplatten, Kühlschränke und Spülmaschinen. Je nachdem, welche Komponenten eingesetzt werden, ist der Küchenassistent so groß wie ein kleines Zimmer: zwischen sechs und 15 Quadratmeter.

Küchenpersonal wird dann nur noch gebraucht, um den Roboter zu bedienen: Menschen füllen die Kühlschränke mit den geschnittenen Zutaten, die sich die Roboterarme greifen, abwiegen und zubereiten. Die Roboter stellen Pfannen auf den Herd, befüllen Schüsseln, wenn das Gericht fertig ist. Und das kann vieles sein: Salat, Porridge, Klöße, Eintöpfe oder Kaiserschmarrn könne der Küchenassistent herstellen.

Eingesetzt werden soll der Küchenroboter vor allem in Großküchen, beispielsweise in Flughäfen oder Betriebskantinen, sagt Susemihl. „Überall dort, wo viele Menschen zu Stoßzeiten essen.“ Goodbytz verspricht gesundes Essen in immer gleicher Qualität.

Wenn der Andrang besonders groß ist, steuert ein Algorithmus den Roboter so, dass die Kochfelder optimal genutzt werden. Der Roboter bereit jede Bestellung individuell zu und kann in einer Kantine beispielsweise fünf verschiedene Gerichte kochen. 150 Speisen pro Stunde sind nach Herstellerangaben möglich.

So könne der Roboter dazu beitragen, den Fachkräftemangel ist der Gastronomie zu lösen, ist Felix Leonhardt, Managing Partner bei dem Investor Oyster Bay, überzeugt. „Das ist eine gute Lösung, um gesunde und leckere Gerichte schnell herzustellen“, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Obwohl sich viele Investoren aktuell mit Finanzierungszusagen zurückhalten, ist er zuversichtlich, dass Goodbytz den Küchenroboter zum Geschäft macht.

Dabei konnte ein Konkurrenzunternehmen seine Wachstumspläne zuletzt nicht wie erwartet umsetzen. Aitme aus Berlin war ebenfalls mit Kochrobotern angetreten, um die Arbeit in Großkantinen zu erleichtern. Wie Goodbytz wollten die Berliner ursprünglich ebenfalls Gerichte ohne Köchinnen und Köche zubereiten. Ende August wurde das Start-up von Circus Kitchens, einem Lieferdienst, übernommen. Dort kommt der Roboter von Aitme nun für einfache Aufgaben zum Einsatz, die bislang von Köchen erledigt wurden.

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Künstliche Intelligenz

Goodbytz sieht sich gegenüber dem Konkurrenten technologisch überlegen. Der eigene Roboter könne mehr Gerichte zu Stoßzeiten herstellen als Aitme, sagt Susemihl. Wie teuer der automatische Küchenassistent von Goodbytz werden soll, verraten die Gründer nicht. Wie Aitme will das Start-up seine Module aber nicht verkaufen, sondern monatlich vermieten. Das mache es für Gastronomen leichter, die Kosten für den Küchenroboter zu kalkulieren.

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