Gutachten: Warum die Meyer Werft „sanierungsfähig und sanierungswürdig“ ist
Frankfurt. Zuversicht, aber noch kein Grund für Euphorie – so könnte man die aktuelle Stimmung bei der angeschlagenen Meyer Werft beschreiben. Ende vergangener Woche hatte die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte ein Gutachten vorgelegt, das dem Unternehmen eine Zukunft bescheinigt. Gesichert ist das Unternehmen damit allerdings noch nicht. „Das Gutachten ist ein wichtiger Meilenstein, es ist aber noch nicht der finale Meilenstein. Den haben wir erst, wenn die Refinanzierung steht“, sagte Ralf Schmitz, der als Sanierer zur Werft geholt wurde, dem Handelsblatt.
Das fast 230 Jahre alte Unternehmen ist vor allem auf den Bau von Kreuzfahrtschiffen konzentriert. Das Geschäft lief blendend bis Ende 2019. Dann kam die Pandemie, und die Schiffe mussten im Hafen bleiben. Die Reedereien nahmen Schiffe verspätet ab, neue wurden nicht mehr bestellt. Das brachte die übliche Finanzierung durcheinander. Erst bei Übergabe des Schiffs werden 80 Prozent des Kaufpreises beglichen, der bei 1,5 Milliarden Euro und mehr liegen kann. Die etwa vierjährige Bauzeit finanziert die Werft selbst – mit den Anzahlungen aus den Neubestellungen und Bankkrediten.