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Hamburger HafenKühne erwägt Gegenofferte für Hamburger Hafenbetreiber HHLA

Der Milliardär will sich mit dem Teilverkauf des Hamburger Hafenbetreibers an MSC nicht abfinden. Dabei könnte Kühne auch über seine eigene Holding eingreifen.Christoph Schlautmann, Julian Olk 13.09.2023 - 11:42 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Hansestadt und die Containerreederei hatten am Mittwochmorgen einen Deal zum Teilverkauf des Hafenbetreibers angekündigt.

Foto: dpa

Düsseldorf. Der geplante Teilverkauf des Hamburger Hafenbetreibers HHLA an die Großreederei MSC ruft Klaus-Michael Kühne, Großaktionär der Containerreederei Hapag-Lloyd, auf den Plan. „Ich kann Hapag-Lloyd nur dringend raten, selbst und sofort ein Übernahmeangebot für 49,9 Prozent der HHLA-Aktien abzugeben“, sagte der 86-jährige Milliardär dem Handelsblatt am Mittwoch nach der Veröffentlichung des MSC-Angebots.

„Wenn Hapag-Lloyd es nicht macht, erwägt meine Kühne Holding AG, es kurzfristig zu tun“, erklärte Kühne weiter. Hapag-Lloyd ließ eine Anfrage dazu zunächst unbeantwortet.

Der gebürtige Hamburger, der seinen Wohnsitz in der Schweiz hat, kritisierte die Vereinbarung zwischen der Hansestadt und der weltgrößten Containerreederei scharf: „Diese Lösung ist ein Affront vor allem gegen Hapag-Lloyd als größten Nutzer und damit größten Reedereikunden des Hamburger Hafens.“

Zugleich sei der Deal, bei dem die Hansestadt einen Aktienanteil von 50,1 Prozent behalten soll, halbherzig. „Die unternehmerische Führung der HHLA liegt weiterhin bei der Stadt Hamburg, nach dem Motto ‚Hafenwirtschaft gleich Staatswirtschaft‘“, sagte Kühne. „Ersten Zugriff auf eine Minderheitsbeteiligung an der HHLA hätte man natürlich einem echten Hamburger Unternehmen wie Hapag-Lloyd einräumen müssen.“

Ebenso seien die Interessen seiner Schweizer Kühne Holding AG bekannt. In mehreren Zeitungsinterviews hatte Kühne angeboten, mit seiner Holding oder der Reederei Hapag-Lloyd, an der er zu 30 Prozent beteiligt ist, die Mehrheit an der HHLA zu übernehmen.

Als Kaufpreis hatte Kühne eine halbe Milliarde Euro in Aussicht gestellt, was der Hansestadt, die bislang 69 Prozent an der HHLA hält, offenbar nicht genügte. Der nun avisierte Deal mit dem Hapag-Rivalen MSC bewertet den kompletten Hamburger Hafenbetreiber mit 1,2 Milliarden Euro.

Der gebürtige Hamburger ist Großaktionär des MSC-Rivalen Hapag-Lloyd.

Foto: dpa

Investoren hoffen offenbar auf ein Wettbieten. Die HHLA-Aktie stieg am Mittwochvormittag um knapp 50 Prozent auf zeitweise bis zu 17,44 Euro. MSC bietet für die frei gehandelten Anteile 16,75 Euro je Aktie.

Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) bemühte sich am Morgen in einer Pressekonferenz, die Wogen zu glätten: „Das ist eine Partnerschaft, die sich gegen niemanden richtet“, sagte er. „Wir wollen die Partnerschaft mit Hapag-Lloyd weiterführen.“

Massive Kritik kommt jedoch auch von der FDP im Bundestag: „Der Bürgermeister verschleudert HHLA für ’nen Appel und ’n Ei und verbaut die Zukunft des Hamburger Hafens“, sagte Michael Kruse, hafenpolitischer Berichterstatter der Fraktion. „Die jahrelange hafenpolitische Tatenlosigkeit hat den Bürgermeister unter Druck gesetzt und lässt ihn jetzt eine unausgegorene Konstruktion präsentieren.“

Börsenwert war auf 840 Millionen Euro abgerutscht

Die Beteiligung von MSC am Mutterkonzern der HHLA mache die intensivere Anbindung weiterer Reedereien an den Standort unmöglich und stoße ausgerechnet die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd brüsk vor den Kopf. „Ob durch diesen Deal tatsächlich eine Million Container mehr kommen, lässt sich bezweifeln, weil andere Reedereien die negativen Auswirkungen dieses Schritts auf ihr Geschäft genau analysieren“, sagte Kruse.

Gleichzeitig werde die HHLA durch diese Beteiligung nicht einmal auf ihren alten Wert zurückgeführt. Im November 2007 war der Hafenbetreiber mit einer Bewertung von 4,4 Milliarden Euro auf dem Börsenparkett gestartet. Vor der MSC-Offerte wurde er nur noch mit 840 Millionen Euro gehandelt, das Übernahmeangebot verbesserte den Börsenwert auf gerade einmal 1,21 Milliarden Euro.

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„Die Hamburgerinnen und Hamburger kann nur noch ein höheres Angebot einer anderen Reederei schützen“, erklärte Kruse.

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