Heineken: Wachsender Bierdurst in Asien hält Braukonzern auf Kurs
Der Bierbrauer hat vor allem in Asien zugelegt.
Foto: dpaAmsterdam. Heineken hat im ersten Halbjahr deutlich mehr verdient und dabei die Markterwartungen leicht übertroffen. Gut lief es vor allem in Westeuropa und Asien, Einbußen verzeichnete die niederländische Großbrauerei dagegen in Afrika und Osteuropa. In den ersten sechs Monaten kletterte das operative Ergebnis vor Sondereffekten um knapp 13 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro.
Unter dem Strich stand noch ein Gewinn von 977 Millionen Euro, gut elf Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Umsatz des Herstellers von Marken wie „Tiger“ und „Sol“ erhöhte sich um zwei Prozent auf 10,1 Milliarden Euro.
Heineken ist die Nummer drei der Branche und gerade unter Druck, weil die beiden Marktführer – Anheuser-Busch Inbev und SAB Miller – fusionieren. Der neue Konzern wird künftig weltweit jedes dritte Bier herstellen – etwa Budweiser, Beck's, Corona, Peroni und Grolsch. Die Fusion hat ein Volumen von fast 105 Milliarden Dollar.
Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.
Ausstoß: 29,8 Millionen Hektoliter
*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2014
Foto: www.groupe-castel.comDie Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.
Ausstoß: 43,1 Millionen Hektoliter
Foto: ReutersYanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.
Ausstoß: 48,3 Millionen Hektoliter
Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.
Ausstoß: 58,1 Millionen Hektoliter
Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.
Ausstoß: 70,5 Millionen Hektoliter
Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.
Ausstoß: 117,4 Millionen Hektoliter
Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.
Ausstoß: 120,3 Millionen Hektoliter
Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.
Ausstoß: 188,3 Millionen Hektoliter
Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt. Bald wird SAB Miller jedoch selbst übernommen – durch den Bier-Riesen AB Inbev
Ausstoß: 191,3 Millionen Hektoliter
Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's. Mit der Übernahme von SAB Miller wird AB Inbev den Biermarkt noch stärker als ohnehin auf sich konzentrieren.
Ausstoß: 409,9 Millionen Hektoliter
An der Börse in Amsterdam fielen Heineken-Aktien zu Wochenbeginn um knapp drei Prozent. Analysten verwiesen vor allem auf Währungseffekte, die der Brauerei stark zusetzen. Diese werden das operative Ergebnis 2016 um rund 200 Millionen Euro drücken, mehr als doppelt so viel wie bisher befürchtet. Dies geht vor allem auf die Abwertung des britischen Pfund, des mexikanischen Peso und der nigerianischen Naira zurück. In Afrika sei zudem kurzfristig nicht mit einer Markterholung zu rechnen, so Heineken