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Ikea-Konkurrent SteinhoffBilanzfälschung im großen Stil bei Poco-Mutter?

Razzia im Möbelhaus: Der weltweit zweitgrößte Möbelhändler nach Ikea, die Firma Steinhoff, hat ein Problem in Niedersachsen. Manager sollen Bilanzen gefälscht haben. Es geht um mehrere hundert Millionen Euro.Andreas Dörnfelder 04.12.2015 - 12:11 Uhr Artikel anhören

Daniela Katzenberger wirbt für die Steinhoff-Tochter: Dem Möbelhändler wird Bilanzfälschung vorgeworfen.

Foto: Imago

Düsseldorf. Es waren unangenehme Gäste, die vergangene Woche nach Westerstede bei Oldenburg kamen. Ihr Ziel: Die Zentrale von Steinhoff Europe, einem der größten Unternehmen der europäischen Möbelbranche. Statt Sofas und Schränken nahmen die Besucher Unterlagen und Datenträger mit. Sie kamen von der Zentralen Kriminalinspektion Oldenburg. Und sie gingen einem Verdacht nach: Bilanzfälschung.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen mehrere Manager des Konzerns und ließ auch deren Privatwohnungen durchsuchen. Die Manager sollen überhöhte Umsätze in die Bilanzen zweier Gesellschaften gebucht haben. Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft geht es um mehrere hundert Millionen Euro. Der Vorgang könnte den Wert des gesamten Konzerns nach oben verfälscht haben.

Der gesamte Konzern Steinhoff – das ist nichts weniger als der zweitgrößte Möbelhändler der Welt nach Ikea. Gegründet in Westerstede, hat das Unternehmen inzwischen seinen Hauptsitz in Johannesburg. Zuletzt setzte Steinhoff mit seinen rund 90.000 Mitarbeitern knapp zehn Milliarden Euro um. In Deutschland ist er vor allem durch die knallig rot-gelben „Poco“-Märkte und deren schrille Werbung mit TV-Sternchen Daniela Katzenberger bekannt.

In der Europa-Zentrale in Westerstede, die laut Internetseite für 3800 Mitarbeiter und 450 Millionen Euro Umsatz steht, war von der lauten „Poco“-Welt am Freitag keine Spur. Auf Fragen zu den Durchsuchungen entgegnete die Sekretärin der Geschäftsleitung: „Wir sagen dazu gar nichts“.

Die Steinhoff International Holding erklärte in einer Adhoc-Mitteilung, man werde die Behörden in vollem Umfang bei der Klärung der aufgetretenen Fragestellungen unterstützen und habe bereits Maßnahmen zur weiteren Aufklärung eingeleitet. Die Aufklärung dürfte allerdings länger dauern: „Aufgrund des Umfangs wird dies voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen“, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.

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