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Ikea-Konkurrent Steinhoff Bilanzfälschung im großen Stil bei Poco-Mutter?

Razzia im Möbelhaus: Der weltweit zweitgrößte Möbelhändler nach Ikea, die Firma Steinhoff, hat ein Problem in Niedersachsen. Manager sollen Bilanzen gefälscht haben. Es geht um mehrere hundert Millionen Euro.
04.12.2015 - 12:11 Uhr
Daniela Katzenberger wirbt für die Steinhoff-Tochter: Dem Möbelhändler wird Bilanzfälschung vorgeworfen. Quelle: Imago
Poco-Werbeplakat

Daniela Katzenberger wirbt für die Steinhoff-Tochter: Dem Möbelhändler wird Bilanzfälschung vorgeworfen.

(Foto: Imago)

Düsseldorf Es waren unangenehme Gäste, die vergangene Woche nach Westerstede bei Oldenburg kamen. Ihr Ziel: Die Zentrale von Steinhoff Europe, einem der größten Unternehmen der europäischen Möbelbranche. Statt Sofas und Schränken nahmen die Besucher Unterlagen und Datenträger mit. Sie kamen von der Zentralen Kriminalinspektion Oldenburg. Und sie gingen einem Verdacht nach: Bilanzfälschung.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt gegen mehrere Manager des Konzerns und ließ auch deren Privatwohnungen durchsuchen. Die Manager sollen überhöhte Umsätze in die Bilanzen zweier Gesellschaften gebucht haben. Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft geht es um mehrere hundert Millionen Euro. Der Vorgang könnte den Wert des gesamten Konzerns nach oben verfälscht haben.

Der gesamte Konzern Steinhoff – das ist nichts weniger als der zweitgrößte Möbelhändler der Welt nach Ikea. Gegründet in Westerstede, hat das Unternehmen inzwischen seinen Hauptsitz in Johannesburg. Zuletzt setzte Steinhoff mit seinen rund 90.000 Mitarbeitern knapp zehn Milliarden Euro um. In Deutschland ist er vor allem durch die knallig rot-gelben „Poco“-Märkte und deren schrille Werbung mit TV-Sternchen Daniela Katzenberger bekannt.

Die erfolgreichsten Möbelhäuser
Platz 10: Schaffrath*
1 von 10

Umsatz: 335 Millionen Euro (Vorjahr: 340 Mio.)

Mitarbeiter: 1.200

Mit seinen 29 Häusern in Nordrhein-Westfalen schafft es Schaffrath gerade noch unter die Top Ten. Dabei gibt es nicht nur Komplett-Einrichtungshäuser, sondern auch spezielle Küchenmärkte, Naturholzmöbel-Fachgeschäfte, Young-Stores, Elektrofachmärkte und eine Mega-Küchen-Fachmarkt.

 

*Quelle: möbel kultur, Stand Juli 2012

(Foto: WirtschaftsWoche Online)
Platz 9: Otto
2 von 10

Umsatz: 680 Millionen Euro (Vorjahr: 700 Mio.; abweichendes Geschäftsjahr: 1.3. - 28.2.)

Mitarbeiter: 53.103

Der Versandhändler aus Hamburg gehört zu den sogenannten Universalversendern, die neben Kleidung auch Haushaltswaren und Möbel verkaufen. Für diese Sparte hat Otto - neben seinem Online-Angebot - einen eigenen "wohntrend"-Katalog im Angebot.

(Foto: dapd)
Platz 8: Dänisches Bettenlager
3 von 10

Umsatz: 878 Millionen Euro (für das Jahr 2010/11; 2009/10: 858 Millionen Euro für Deutschland)

Mitarbeiter: 7.600 (insgesamt)

Das zum Jysk-Konzern gehörige Dänische Bettenlager betreibt allein in Deutschland 846 seiner insgesamt 1.042 Filialen. Die weiteren zentrale Standorte befinden sich in Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien und Spanien. Neben dem Kerngeschäft - der Schlafzimmeraustattung - werden mittlerweile auch Büro-, Wohn- und Badezimmermöbel angeboten.

(Foto: dpa - picture-alliance)
Platz 7: Segmüller
4 von 10

Umsatz: ca. 1.050 Millionen Euro (im Jahr 2011; 2010: 1.050 Millionen Euro)

Mitarbeiter: über 4.000

Neben den sieben Segmüller-Filialen gehören dem Unternehmen fünf weitere Küchenhäuser, vier Möbel Maxx-Filialen, drei Mega Stores und drei Babyland-Filialen. Segmüller betreibt Möbelhäuser vornehmlich im süddeutschen Raum.

(Foto: WirtschaftsWoche Online)
Platz 6: Poco-Domäne
5 von 10

Umsatz: 1.080 Millionen Euro (im Jahr 2011; 2010: 945 Millionen Euro)

Mitarbeiter: 6.800

Seit dem Zusammenschluss im Jahr 2008 sind die die Discounter Poco, Domäne und Möbelix in der Poco-Domäne Holding zusammengefasst. Poco-Domäne betreibt 96 Märkte bundesweit. Im Jahr 2011 erlangte der Konzern zusätzliche Bekanntheit durch eine Werbekampagne mit der TV-Blondine Daniela Katzenberger.

(Foto: WirtschaftsWoche Online)
Platz 5: Roller / Tejo (Tessner-Gruppe)
6 von 10

Umsatz: 1.200 Millionen Euro (im Jahr 2010/11; 2009/10: 1.160 Millionen Euro)

Mitarbeiter: über 5.500

Allein Roller betreibt in Deutschland 101 Märkte, darüberhinaus gehören zu Tejo 17 weitere SB-Lagerverkäufe, vier Einrichtunghäuser und drei Einrichtungs-Shopping-Center. Auch der Medea Küchenfachmarkt ist ein Teil der Tessner-Gruppe.

(Foto: WirtschaftsWoche Online)
Platz 4: Porta
7 von 10

Umsatz: 1.250 Millionen Euro (im Jahr 2011; 2010: 1.200 Millionen Euro)

Mitarbeiter: 6.500

Den Umsatz bringen insgesamt 121 Möbelhäuser namens Porta, Happy Porta, Möbel Boss und Möbel Hausmann zusammen.

(Foto: WirtschaftsWoche Online)

In der Europa-Zentrale in Westerstede, die laut Internetseite für 3800 Mitarbeiter und 450 Millionen Euro Umsatz steht, war von der lauten „Poco“-Welt am Freitag keine Spur. Auf Fragen zu den Durchsuchungen entgegnete die Sekretärin der Geschäftsleitung: „Wir sagen dazu gar nichts“.

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    Die Steinhoff International Holding erklärte in einer Adhoc-Mitteilung, man werde die Behörden in vollem Umfang bei der Klärung der aufgetretenen Fragestellungen unterstützen und habe bereits Maßnahmen zur weiteren Aufklärung eingeleitet. Die Aufklärung dürfte allerdings länger dauern: „Aufgrund des Umfangs wird dies voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen“, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.

    Die Super-Trends vom Schweden-Riesen
    Die Heimat von Ikea
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    Der Geburtsort des Mythos: In unscheinbaren grauen Bürokästen im verschlafenen schwedischen Städtchen Älmhult residiert die Ikea-Zentrale. Von hier wird das globale Imperium mit knapp 150.00 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 29 Milliarden Euro minutiös gesteuert. So verspielt sich der Konzern nach außen hin gibt – hier wird nichts dem Zufall überlassen. Im Bild ist das Ikea Kulturzentrum, das im Keller auch ein kleines Museum beherbergt, das an die Anfänge des Konzerns erinnert. 2016 öffnete genau gegenüber ein neues, großes Ikea-Museum.

    (Foto: )
    Der Ikea-Chef
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    Die Konzernführung tritt locker auf, alle sind per du, selbst Chef Peter Agnefjäll wird nie mit Krawatte gesehen. „Wir müssen verstehen, was die Wünsche der Kunden sind und wir müssen sie erfüllen“, gibt Agnefjäll die Richtung vor. Dazu werden aufwendige Kundenbefragungen in Auftrag gegeben, fast jeden Tag besuchen Researcher von Ikea gemeinsam mit Produktentwicklern Kunden in ihren Häusern und Wohnungen um ihre Gewohnheiten zu erforschen und so auf Ideen für neue Produkte zu kommen.

    (Foto: )
    Das Entwicklungszentrum
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    Im Design-Center in der Konzernzentrale entstehen viele der Ideen für die rund 2.000 Produkte, die jedes Jahr neu in die Kataloge aufgenommen werden. Im großen Aufenthaltsraum herrscht eine Atmosphäre fast wie bei einem Start-up.

    (Foto: )
    Prototypen-Bau
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    Die Entwicklung ist auf höchstem Standard, bereits seit 2003 nutzt Ikea auch 3D-Drucker. Hier das Modell eines Wasserhahns frisch aus dem Drucker. Die meisten Prototypen entstehen jedoch ganz traditionell in der Werkstatt mit handwerklichen Methoden aus Original-Werkstoffen.

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    Die Arbeit der Entwickler
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    Neue Kollektionen entstehen in Kooperation aus internen oder externen Designern zusammen mit Produktentwicklern. James Futcher ist verantwortlich für die Weiterentwicklung der PS Kollektion für das Produktjahr 2017: „Wir entwickeln einen neuen Zugang zum Thema Komfort, wir wollen damit die junge Generation aus der Stadt erreichen.“ Unter den Ideen sind Decken im Stil von Schlafsäcken oder Sessel mit 3-D-Strick wie ihn z.B. Nike für seine Turnschuhe verwendet.

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    Die Kollektion von Katie Eary
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    Um dem Programm einen Touch Avantgarde zu geben, arbeitet Ikea jetzt mit international bekannten Modedesignern zusammen. So hat die Herrenmodedesignerin Katie Eary eine farbenfrohe Kollektion mit Geschirr, Textilien und Notizbüchern entworfen, die unter dem Namen „Giltig“ im März 2016 in die Möbelhäuser kamen.

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    Designs aus Indien
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    Der Designer Martin Bergström, der sonst Stoffmuster für Couture-Häuser in Paris entwirft, ist im Auftrag von Ikea nach Indien gereist, um dort mit Studenten des National Institute of Fashion Technology in Neu Delhi moderne indische Motive in schwarz-weiß zu entwickeln.

    (Foto: )
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