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IndonesienMaschine des Billigfliegers Lion Air mit 189 Menschen ins Meer gestürzt

Nach dem Absturz eines Flugzeugs im Meer vor Java ist die Hoffnung auf Überlebende gering. Offenbar hatte die Boeing 737 ein technisches Problem. 29.10.2018 - 08:45 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Eine Maschine der Fluggesellschaft Lion Air startet am Juanda International Airport im indonesischen Surabaya.

Foto: AP

Jakarta. Ein Passagierflugzeug des indonesischen Billigfliegers Lion Air ist am Montag kurz nach dem Start in Jakarta ins Meer gestürzt. An Bord des Fluges JT610 hätten sich 181 Passagiere, darunter ein Kind und zwei Babys, sowie acht Crewmitglieder befunden, teilten die Rettungskräfte mit.

Alle 189 Menschen an Bord der Maschine sind dabei wahrscheinlich ums Leben gekommen. Die indonesische Such- und Rettungsbehörde teilte nach stundenlanger Suche am Montag mit, dass es keine Hinweise auf Überlebende gebe. Inzwischen seien aber die ersten Todesopfer geborgen worden.

Die Maschine war kurz nach dem Abheben vom internationalen Flughafen der Hauptstadt von der Radarschirmen verschwunden. Die nationale Rettungsbehörde hatte Hilfe bei der Luftwaffe angefordert, um im Meer vor Java nach dem Flugzeug zu suchen. Vermutet wird, dass das Wrack in einer Tiefe von etwa 35 Metern im Meer liegt.

Die verschwundene Boeing 737 Max hatte Jakarta am Montagmorgen gegen 6.20 Uhr Ortszeit mit dem Ziel Pangkal Pinang verlassen. Bereits wenige Minuten nach dem Start wurden auf der Webseite FlightAware, die den Luftraum überwacht, keine weiteren Daten des Fluges übermittelt.

Der Vorstandschef der Fluggesellschaft, Edward Sirait, berichtete am Montag, dass der Pilot der Boeing 737 kurz nach dem Start um Erlaubnis gebeten habe, zum Flughafen Jakarta zurückzukehren. „Unser Pilot hat nach Vorschrift gehandelt“, sagte der Chef der Fluglinie. „Als er gesehen hat, dass es ein Problem gibt, hat er darum gebeten, zur Basis zurückkehren zu dürfen. Aber wir wissen, wie es zu Ende ging.“

Sirait bestätigte, dass die Maschine zuvor schon ein technisches Problem gehabt habe. Dies sei jedoch vor dem Flug am Montag behoben worden. Details nannte er nicht.

Das Flugzeug war nach Angaben der Behörden erst zwei Monate alt. Die Maschine habe erst 800 Flugstunden hinter sich gehabt, sagte der Chef des indonesischen Flugsicherheits-Komitees, Soerjanto Tjahjono, im Fernsehsender Kompas TV. Es wäre der erste Absturz einer Maschine des Typs Boeing 737 Max, der 2017 in Dienst gestellt wurde.

Lion Air ist eine indonesische Billigfluglinie, die 1999 gegründet wurde und auf die Passagierzahl gerechnet, die größte Fluggesellschaft Indonesiens ist. Die beliebte und schnell wachsende Gesellschaft, die moderne Jets der Hersteller Boeing und Airbus einsetzt, fliegt hauptsächlich Ziele innerhalb Indonesiens an.

Ihre Geschichte ist allerdings nicht pannenfrei. In der jährlichen Sicherheitsrangliste des Flugunfallbüros Jacdec landet Lion Air regelmäßig auf den hinteren Plätzen. In diesem Jahr belegte das Unternehmen Platz 97 der 100 verkehrsstärksten Airlines der Welt. Von 2007 bis 2016 hatte Lion Air keine Starterlaubnis in der Europäischen Union.

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Bereits 2004 meldete die Fluglinie einen Unfall mit verheerendem Ausgang. Damals starben 25 Menschen, als ein Flugzeug vom Modell DC-9 über der Stadt Solo in Zentral-Java bei Unwetter abstürzte. 2013 verpasste eine Boeing 737-800 von Lion Air eine Landebahn auf der Ferieninsel Bali. Die Maschine krachte schließlich ins Meer – alle 108 Personen an Bord überlebten den Unfall.

Auf dem Streckenplan von Lion Air stehen auch einige wenige Auslandsziele. Gegenwärtig umfasst die Luftflotte knapp über 100 Maschinen, vor fünf Jahren wurden bei Airbus in Frankreich 200 Mittelstrecken-Flieger in Auftrag gegeben. Die Europäische Union verbot der Fluggesellschaft im Zeitraum von Juli 2007 bis Juni 2016, Ziele in den EU-Mitgliedsstaaten anzusteuern.

cgn, opl, ap, rtr, dpa
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