Inflation: Eigenmarken boomen – allerdings nicht bei allen Produkten
Viele Verbraucher greifen aktuell zu günstigeren Produkten.
Foto: E+/Getty ImagesDüsseldorf. Die Pandemie war die Zeit der Markenprodukte. Während Restaurants, Klubs und Theater geschlossen waren, kauften Verbraucher für zu Hause die vermeintlich hochwertigeren Waren. Nun sind die vielen zu teuer geworden: Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich 2022 laut Statistischem Bundesamt gegenüber dem Vorjahr um 13,4 Prozent. Kunden müssen oder wollen deshalb verstärkt nach preisgünstigerer No-Name-Ware greifen.
Diese sogenannten Handelsmarken boomen und haben zu einer deutlichen Marktverschiebung geführt. Markenprodukte haben 2022 laut Marktforschern rund drei Milliarden Euro an Umsatz eingebüßt. Solche Veränderungen beobachten Experten sonst nicht in so kurzer Zeit.
In 72 Prozent der 327 vom Marktforscher GfK untersuchten Produktkategorien konnten No-Name-Produkte zwischen Januar und September 2022 Marktanteile gewinnen. In manchen Kategorien vertrauen Verbraucher weiter auf Markenartikel. Wann die Deutschen auf Handelsmarken ausweichen, was sie dabei sparen und bei welchen Produkten sie weiter auf bekannte Namen setzen, zeigt eine exklusive Auswertung der GfK für das Handelsblatt.
No-Name-Mineralwasser: Gut & Günstig statt Felsensteiner
Gerade bei Mineralwasser greifen Verbraucher verstärkt zur No-Name-Ware. Hier ist der Umsatzanteil der Handelsmarken wie „Gut & Günstig“ von Edeka um 27,3 Prozent gestiegen. „In dieser Kategorie ist der Preisabstand zwischen Marke und Handelsmarke besonders groß“, erklärt GfK-Experte Robert Kecskes. Zudem sei der Trend zu Glasflaschen vorerst gestoppt.