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IndienVerheißt uns dieses Land ein neues Wirtschaftswunder?

Endlich eine Alternative zu den USA und China: Europa setzt große Hoffnungen auf Indien. Doch politisch ist die boomende Wirtschaftsmacht weiter vom Westen weg, als man dort wahrhaben will.Mathias Peer 04.12.2025 - 19:13 Uhr Artikel anhören
Indiens Regierungschef Narendra Modi: Indien will sich unter keinen Umständen einem geopolitischen Lager anschließen oder gar unterordnen. Foto: Illustration: Samson Goetze
  • Indiens Aufstieg verläuft trotz aller Widerstände robust. Wirtschaft und Politik in Europa setzen auf die Entwicklung der bevölkerungsstärksten Demokratie der Welt. Politisch jedoch ist das Land ein schwieriger Partner.
  • Zu Indiens Vorteilen zählen niedrige Arbeitskosten und gut ausgebildete Fachkräfte. Doch es gibt auch Skepsis, unter anderem wegen eines Problems, mit dem die Deutschen bestens vertraut sind: Bürokratie.
  • Auch für Investoren ist Indien spannend – das Land gilt als Boommarkt. Indiens Börse schwankt, läuft aber erstaunlich eigenständig. Davon können Anleger gezielt profitieren.

Andre Eckholt muss nur aus dem Fenster seines Konferenzraums schauen, um den Aufstieg der indischen Wirtschaft zu sehen. „Vor drei Jahren war hier nur ein grünes Feld“, sagt der Manager, der das Indiengeschäft des Mittelständlers Hettich leitet. „Jetzt stehen hier neue Fabriken.“ Ein Kekshersteller und ein Windelproduzent zogen zuletzt in seine Nachbarschaft, auch mehrere Pharmaunternehmen ließen sich im Industriegebiet am Rand der zentralindischen Stadt Indore nieder.

Die Stadt mit mehr als zwei Millionen Einwohnern liegt fern klassischer indischer Wirtschaftszentren wie der Finanzmetropole Mumbai oder des Technologiehubs Bangalore. Doch ein Ausbau der Infrastruktur, gezielte Subventionen und steigende Kaufkraft auch jenseits der Megacitys schaffen neue Boomregionen in der indischen Peripherie.

Auch Eckholts Unternehmen wächst weiter: Neben dem 26.000-Quadratmeter-Werk, das Hettich – ein Weltmarktführer für Möbelbeschläge – vor wenigen Jahren eröffnete, steht eine weitere gleich große Fabrik kurz vor der Fertigstellung. Die Investition beträgt 70 Millionen Euro. Für das Familienunternehmen aus Nordrhein-Westfalen ist das ein klares Bekenntnis zu dem Schwellenland, das China in den vergangenen Jahren als zweitwichtigsten Markt der Firma außerhalb Deutschlands ablöste. Bereits in wenigen Jahren könne Hettich ein Fünftel seines globalen Umsatzes in Indien erzielen, glaubt Eckholt. „Für uns ist Indien die wichtigste Wachstumshoffnung.“

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