Klimawandel: Haselnuss-Engpass bringt Hersteller in Bedrängnis
Düsseldorf, Istanbul. Kein Land produziert mehr Haselnüsse als die Türkei. Die Nüsse gedeihen besonders gut in der Region am Schwarzen Meer, wo bisher ideale klimatische Bedingungen herrschten. Doch Wetterextreme infolge des Klimawandels bedrohen den Anbau. Im April haben Nachtfröste erhebliche Teile der neuen Haselnuss-Ernte zerstört. Das türkische Statistikamt rechnet mit einem Rückgang der Produktion um ein Drittel auf 520.000 Tonnen.
Das sind schlechte Nachrichten für zahlreiche Lebensmittelhersteller, die Haselnüsse etwa für Schokolade, Nougatcreme, Müsli oder Studentenfutter benötigen. Je nach Saison liefert die Türkei bis zu 70 Prozent der globalen Ernte. Die Großhandelspreise für türkische Haselnüsse stiegen seit den Aprilfrösten um gut 30 Prozent.
Preise erhöhen, Rezeptur umstellen, selbst Haselnüsse anbauen – Hersteller reagieren mit verschiedenen Strategien auf den Rohstoffmangel.