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KonsumgüterNivea-Hersteller Beiersdorf wächst zweistellig und hebt Prognose an

Trotz widriger Umstände kann der Konsumgüterhersteller Beiersdorf seinen Umsatz deutlich steigern. Bei dem Konzern zeichnet sich eine Trendwende ab.Michael Scheppe 27.10.2022 - 07:47 Uhr Artikel anhören

Die Kernmarke Nivea trägt zum Wachstum von Beiersdorf bei.

Foto: Beiersdorf

Düsseldorf. Trotz steigender Kosten und sinkender Konsumlust der Verbraucher wächst der Nivea-Hersteller Beiersdorf. In den ersten neun Monaten steigerte das Unternehmen seinen Umsatz aus eigener Kraft um 11,1 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Das teilte der Hamburger Konsumgüterkonzern am Donnerstagmorgen mit. Ergebniskennziffern nennt der Konzern anlässlich seiner Neunmonatszahlen nicht.

„Im dritten Quartal haben wir die starke Wachstumsdynamik des ersten Halbjahres beibehalten und erzielten zweistellige Wachstumsraten auf breiter Basis“, sagte Vorstandschef Vincent Warnery laut Konzernmitteilung. Das Unternehmen, das mehrheitlich der Maxinvest Holding der Familie Herz gehört, war im Sommer nach einem Auf und Ab wieder in den Leitindex Dax aufgestiegen.

Beiersdorf hob seine Umsatzprognose an. Für den Rest des Jahres erwartet die Firma ein organisches Umsatzwachstum von neun bis zehn Prozent. Bislang gingen die Hamburger davon aus, zwischen vier und sechs Prozent zu wachsen. Beiersdorf hebe die Prognose an, obwohl man sich der wirtschaftlichen Unsicherheiten bewusst sei, so Warnery. Das Umsatzwachstum ist ungefähr zur Hälfte preisgetrieben, der Rest erklärt sich durch mehr Abverkäufe.

Die Zahlen lassen eine Trendwende bei Beiersdorf erkennen: In der vergangenen Dekade war der Traditionskonzern weder beim Gewinn noch beim Umsatz gewachsen. Nun zeigt sich seit mehreren Quartalen in Folge ein stärkeres Wachstum als vom Markt erwartet. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um mehr als zehn Prozent zugelegt.

Beiersdorf verfolgt eine neue Strategie: Der Konzern konzentriert sich auf weniger, dafür innovativere Produkte. Statt wie bisher neue Produkte in einzelnen Märkten an den Start zu bringen, verfolgt der Konzern eine globale Produktstrategie, die auch mit weltweiten Marketingmaßnahmen begleitet wird. Zudem setzt Beiersdorf vermehrt auf Gesichtspflege. Dieser Bereich gilt in der Kosmetikbranche als Wachstumsmarkt und wirft besonders hohe Margen ab.

Nivea gewinnt erstmals Marktanteile in allen Regionen und Kategorien

Zum Wachstum bei Beiersdorf beigetragen hat die Kernmarke Nivea, die für das Gros der Umsätze steht. Die Umsätze mit Nivea-Produkten stiegen um 10,8 Prozent. Nivea konnte erstmals in der Konzerngeschichte in allen Märkten weltweit und in allen Produktkategorien Marktanteile hinzugewinnen. Der Konzern profitierte von einem warmen Sommer und den Coronalockerungen, wodurch die Nachfrage nach Sonnencreme und Deodorants gestiegen ist.

Das Hautgeschäft unter den Marken Eucerin und Aquaphor wuchs in den ersten neun Monaten gar um über 25 Prozent. Die Luxusmarke La Prairie legte um 5,5 Prozent zu. Die Luxuslinie schwächelte zu Jahresbeginn wegen der Lockdowns in China. Asien ist ein wichtiger Absatzmarkt für La Prairie.

Die Beiersdorf-Klebstofftochter Tesa steigerte ihren Umsatz um 8,3 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Das Elektronikgeschäft in Asien sowie Anwendungen für die Druckindustrie trugen zur Umsatzsteigerung bei. Zuletzt erholte sich auch das Geschäft mit den Automobilherstellern.

Wie alle Konsumgüterkonzerne kämpft Beiersdorf mit steigenden Kosten für Fracht, Rohstoffe und Energie. In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit 20 Prozent Mehrkosten. Die Firma reagiert darauf mit Preiserhöhungen. Bis Jahresende will Beiersdorf im weltweiten Schnitt 70 bis 80 Prozent der Kosten weitergegeben haben.

Verbraucher müssen sich deshalb auf höhere Preise einstellen. Unternehmen begeben sich damit in einen Spagat: Einerseits müssen sie die Preise erhöhen, damit die Marge nicht sinkt. Andererseits besteht die Gefahr, dass Kunden zu günstigeren Handelsmarken wechseln. Bis zu den ersten Preiserhöhungen im August habe Beiersdorf allerdings keinen Preiseffekt beobachtet, heißt es aus Hamburg.

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