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KonzernRewe-Chef erwartet weitere Preissteigerungen im Supermarkt

Die Supermarktkette konnte im abgelaufenen Jahr Umsatz und Gewinn steigern. Große Hoffnungen setzt sie in die neue Bonus-App, die zahlreiche Neukunden gebracht hat.Florian Kolf 10.04.2025 - 08:17 Uhr Artikel anhören
Rewe-Chef Lionel Souque: „Zwei Drittel des Wachstums unseres Umsatzes gehen auf Preiserhöhungen zurück.“ Foto: dpa

Düsseldorf. Rewe hat trotz der Rabattschlachten im deutschen Lebensmittelhandel seinen operativen Gewinn steigern können. So konnte die Rewe Group im abgelaufenen Geschäftsjahr das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) um 8,9 Prozent auf zwei Milliarden Euro erhöhen. „Wir hatten 2024 trotz der verhaltenen Konsumstimmung ein sehr gutes Jahr“, sagte Rewe-Chef Lionel Souque im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Auch wenn mittlerweile mehr als 30 Prozent aller Markenartikel im Supermarkt über Rabattaktionen verkauft werden, legten die Preise im vergangenen Jahr insgesamt weiter zu. Das schlägt sich auch im Umsatz von Rewe nieder. So stieg der Umsatz im Einzelhandel in Deutschland bei Rewe um 3,2 Prozent auf 41,6 Milliarden Euro. „Wir hatten laut Marktforschungsdaten in Deutschland das höchste Wachstum aller Supermarktketten, es war eines unserer besten Länder“, sagte Souque.

In den Auslandsmärkten wuchs der Umsatz insgesamt um 4,6 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro. Noch stärker als die Rewe Group selbst legten die in der Genossenschaft organisierten Kaufleute zu. Deren Umsätze wuchsen um sieben Prozent auf 19 Millionen Euro.

„Zwei Drittel des Wachstums unseres Umsatzes gehen auf Preiserhöhungen zurück“, räumt der Rewe-Chef ein. Und er macht den Kunden auch keine Hoffnungen, dass die hohen Lebensmittelpreise in der Breite wieder zurückgehen. „Wir erwarten über unser gesamtes Sortiment in diesem Jahr eine Preissteigerung von zwei Prozent.“

Dabei gebe es je nach Produkt aber sehr starke Unterschiede. So würden die Preise für Kaffee und Kakao wegen der gestiegenen Rohstoffpreise weiter stark steigen, bei anderen Produkten dagegen gebe es auch Preissenkungen. So sind beispielsweise jüngst im Handel die Preise für Butter wieder gesunken.

Rabatt-System „Rewe Bonus“ lockt Neukunden an

Rewe ist im vergangenen Jahr in der Tat deutlich stärker gewachsen als der Markt. Nach der Studie „State of Grocery 2025“, die McKinsey & Company zusammen mit dem Branchenverband Eurocommerce veröffentlicht hat, hat der Umsatz im Lebensmittelhandel in Deutschland im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent zugelegt. Davon entfällt bei allen Händlern ein großer Teil auf Preiserhöhungen, das Handelsvolumen ist gerade einmal um 0,6 Prozent gestiegen.

Inflationsbereinigt liegt der Umsatz sogar 7,9 Prozent unter dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019. Und große Wachstumsimpulse erwarten die Experten auch für die Zukunft nicht. „Die nächsten Jahre werden mit geringem Volumenwachstum und anhaltendem Druck auf die Rentabilität eine Herausforderung bleiben“, prognostiziert Karl-Hendrik Magnus, Senior Partner bei McKinsey & Company in Frankfurt.

Laut Souque ist das aktuelle Jahr für Rewe jedoch wieder sehr gut angelaufen. Einen großen Anteil daran hat offenbar die Einführung des neuen Kundenprogramms „Rewe Bonus“.

Werbung für „Rewe Bonus“ im Geschäft: Zur Nutzung brauchen Kunden die App. Foto: Rewe/Michael Breuer

„Das Programm Rewe Bonus hat unsere Erwartungen in jeder Hinsicht deutlich übertroffen“, so der Rewe-Chef. „Wir haben bereits nach drei Monaten so viele Neuanmeldungen in der Rewe-App, wie wir uns für das ganze Jahr als Ziel gesetzt hatten“, sagte er. Auch der Umsatz sei dadurch deutlich gestiegen.

Dabei war schon im vergangenen Jahr die Zahl der Kunden in den Märkten von Rewe und der Discount-Schwester Penny deutlich gestiegen. Pro Monat besuchten rund sieben Millionen Kunden mehr die Geschäfte als im Jahr 2023.

Download-Zahlen der Rewe-App fast verdreifacht

Rewe war zum Jahreswechsel beim Bonussystem Payback ausgestiegen und hatte sein eigenes Kundenprogramm gestartet, das es in die bestehende Rewe-App integriert hat. Bei Rewe Bonus sammeln die Kunden nicht Punkte, sondern das Guthaben wird gleich in Euro ausgewiesen.

Das große Interesse bei den Kunden zeigte sich bereits in den Downloadzahlen der App. So hatten sich im Januar 2025 mehr als eine Million Nutzer die App neu heruntergeladen. 2024 lag diese Zahl im Schnitt bei gut 300.000 pro Monat. Auch die Zahl der monatlich aktiven Nutzer verdreifachte sich im Januar fast auf 1,5 Millionen.

„Der Vorteil für die Kunden ist, dass sie jetzt alles in einer App haben, von den Rezepten über die Angebote und den elektronischen Kassenbon bis zum Bonusprogramm“, erklärte Souque. Und bald werde auch Rewe Pay starten, dann könnten die Kunden über die App direkt bezahlen.

Der Rewe-Chef räumte jedoch ein, dass in den ersten Monaten des Jahres die Handelsspanne des Unternehmens unter den Rabattaktionen in der Rewe-Bonus-App etwas gelitten habe. Wohl auch deswegen hat Rewe mittlerweile die Mindesteinkaufswerte, ab denen man bestimmte Coupons erhält, wieder etwas erhöht. Zugleich gibt es aber neue Funktionen und beispielsweise auch Guthaben für den Kauf bestimmter Marken.

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„Aus Sicht von Rewe ist der Vorteil, dass es unser System ist und wir jederzeit flexibel entscheiden, welche Services für das Unternehmen und für die Kunden sinnvoll sind“, erläutert Souque und verspricht: „Kunden werden Angebote bekommen, die für sie relevant sind.“

Erstpublikation: 09.04.2025, 14:49 Uhr.

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