Lackhersteller: Akzo Nobel übernimmt Axalta – neuer Lackriese entsteht
Düsseldorf. Der niederländische Lackhersteller Akzo Nobel übernimmt seinen US-Rivalen Axalta Coating Systems und schafft damit einen neuen Branchenriesen mit einem Unternehmenswert von rund 25 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen bestätigten am Dienstag die Vereinbarung.
„Durch diesen Zusammenschluss können wir unsere Wachstumsambitionen beschleunigen, da wir sich hervorragend ergänzende Technologien zusammenführen“, erklärte Akzo-Chef Greg Poux-Guillaume.
Axalta-Aktionäre erhalten demnach 0,6539 Akzo-Nobel-Aktien je Anteilsschein und werden im kombinierten Unternehmen rund 45 Prozent halten. Die bisherigen Akzo-Nobel-Eigentümer kommen auf 55 Prozent. Der Zusammenschluss ist bereits der zweite Anlauf der beiden Konzerne: Bereits 2017 hatte es Fusionsgespräche gegeben, die jedoch an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert waren.
Der Farben-Gigant mit Hauptsitzen in Amsterdam und Philadelphia soll einen Jahresumsatz von 17 Milliarden Dollar erreichen und ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von 3,3 Milliarden Dollar. Zudem sollen jährliche Kosteneinsparungen von 600 Millionen Dollar erzielt werden. 90 Prozent davon sollen in den ersten drei Jahren nach Abschluss der Transaktion realisiert werden.
Die Aktie soll zunächst an den Börsenplätzen in Amsterdam und New York gelistet sein, bevor eine einzige Notierung an der New Yorker Börse angestrebt wird. Der Abschluss der Fusion wird für Ende 2026 bis Anfang 2027 angepeilt.
Branche in der Konsolidierung
Die Branche steckt seit Monaten unter Druck: Die schwache Weltwirtschaft, höhere Kosten und geringere Nachfrage belasten das Geschäft. Akzo Nobel hatte erst im vergangenen Monat seine Ergebnisprognose gesenkt und ein Sparprogramm mit Standortschließungen und dem Abbau von 2.500 Stellen angestoßen. Zudem hat sich der aktivistische Investor Cevian Capital mit fünf Prozent an den Niederländern beteiligt – ein Engagement, das in der Vergangenheit häufig zu größeren Transaktionen geführt hat.
Der Investor Carlyle hatte im Oktober die Kontrolle über die Farben-Sparte von BASF übernommen, der deutsche Chemiekonzern hatte zuvor sein brasilianisches Lackgeschäft verkauft.
Axalta war 2014 an die Börse gegangen, zuvor hatte Carlyle die einstige DuPont-Sparte übernommen. Zum Portfolio zählen Marken wie Cromax, Spies Hecker und Standox. Akzo ist unter anderem bekannt für die Marke Dulux. Mit der Integration von Axalta will Akzo Nobel nun seine globale Position stärken und die Konsolidierung der Branche aktiv vorantreiben.