Luftfahrt: Air-India-Absturz - War es doch kein Boeing Problem?
Frankfurt. Die Bilder von der Absturzstelle lassen die Dramatik des kurzen Fluges erahnen. Am 12. Juni stürzte eine Boeing 787 – auch Dreamliner genannt – von Air India bei Ahmedabad gut 30 Sekunden nach dem Abheben in ein Gebäude. 241 Insassen an Bord verloren ihr Leben, nur ein Fluggast überlebte. Dazu kommen 39 Tote am Boden.
Die Ursache des Unglücks ist noch ungeklärt. Die Piloten meldeten fehlenden Schub, das Flugzeug könne nicht steigen. Ursache könnte der Ausfall beider Triebwerke sein, ein äußerst seltenes Ereignis. Mit nur einem funktionierenden Motor hätte der Jet noch steigen können. Das führte schnell zu Spekulationen über einen grundsätzlichen Fehler beim Dreamliner. Der Hersteller Boeing steckt seit Jahren wegen teils erheblicher Qualitätsmängel in der Krise.
Jetzt liegt ein erster Zwischenbericht vor. Die zuständige Ermittlungsbehörde in Indien, das Aircraft Accident Investigation Bureau (AAIB), teilte am Dienstag mit, den Bericht an die zivile Luftfahrtbehörde DGCA sowie das Ministerium für die zivile Luftfahrt übermittelt zu haben. Doch der Bericht ist nicht öffentlich und bleibt es vielleicht auch.
Ein Konstruktionsfehler beim Dreamliner kann als Ursache also nach wie vor nicht ausgeschlossen werden. Doch es gibt mittlerweile einige Hinweise, die dagegen sprechen.