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Mischkonzern Weitere Verkäufe: Chinas Vorzeigeunternehmen HNA steckt in der Krise

Einst Großaktionär der Deutschen Bank, heute vom chinesischen Staat gestützt: HNA muss mit dem Verkauf von Swissport-Anteilen Schulden abbauen.
31.08.2020 Update: 31.08.2020 - 16:10 Uhr Kommentieren
Das Schweizer Unternehmen wurde vom Einbruch der Luftfahrt hart getroffen. Quelle: Reuters
Swissport-Mitarbeiterinnen in Liverpool

Das Schweizer Unternehmen wurde vom Einbruch der Luftfahrt hart getroffen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Vor drei Jahren noch ist der chinesische Unternehmer Chen Feng Ehrengast des Bundespräsidenten in Berlin gewesen. Auf Einladung von Frank-Walter Steinmeiers nimmt der Chairman des Mischkonzerns HNA an einem Bankett in Schloss Bellevue teil. HNA ist zu diesem Zeitpunkt bei der Deutschen Bank eingestiegen, an der Hotelkette Hilton beteiligt und schaut sich nach weiteren Zielen um. Chens Ambitionen und auch sein Geldbeutel scheinen grenzenlos.

Doch bald werden dem Unternehmer doch Grenzen aufgezeigt. HNA hatte mehr als 50 Milliarden Dollar für Übernahmen und Beteiligungen ausgegeben und sich damit offensichtlich verhoben. Die Firma gab bekannt, viele ihrer Beteiligungen zu verkaufen. 2018, ein Jahr nach dem Berliner Bankett, kündigt HNA an, sich von allen Anteilen an der Deutschen Bank trennen zu wollen.

Und der Abverkauf zieht sich bis heute. HNA hat am Montag bekanntgeben, die Mehrheit am Flugzeugabfertiger Swissport zu veräußern. Im Tauschwert für rund 1,9 Milliarden Euro Schulden erhalten die Finanzinvestoren SVP Global, Apollo Global Management, TowerBrook Capital Partners, Ares Management, Cross Ocean Partners und King Street Capital Management sowie die Barclays Bank Aktien, erklärte HNA zum Wochenauftakt. Zudem schießen sie 300 Millionen Euro frisches Geld ein und es wurde eine langfristige Refinanzierung von Schulden in Höhe von 500 Millionen Euro vereinbart.

Die Investorengruppe wird nach Abschluss der Transaktion, die bis Jahresende abgeschlossen sein soll, mehr als 75 Prozent der Swissport-Anteile kontrollieren. Der hoch verschuldete chinesische Mischkonzern HNA verliert seine Aktienmehrheit.

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    Hinter den jüngsten Verkäufen bei HNA dürfte jedoch kaum der einst ausgabefreudige Gründer Chen Feng stehen. Zu Jahresanfang hatte faktisch die Provinzregierung der südchinesischen Insel Hainan die Kontrolle über die Unternehmensgruppe übernommen. Der Schritt sei dazu da, den Konzern in Krisenzeiten zu stabilisieren, hatte HNA mitgeteilt.

    HNA startete als Fluggesellschaft. Die Hainan Airlines sollte den Kern der Firmengruppe ausmachen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Luftfahrtgesellschaft jedoch in große Schwierigkeiten geraten. Dadurch hatte sich die finanzielle Lage für die HNA Gruppe weiter verschlimmert.

    Neben dem Verkauf der Swissport-Beteiligung laufen laut Berichten der Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ weitere Gespräche, etwa mit der staatlichen chinesischen Luftfahrtgesellschaft Air China über den Verkauf von Teilen des Fluggeschäfts.

    Zwischenzeitig hatte auch der ehemalige deutsche Vizekanzler und Wirtschaftsminister Philipp Rösler eine wichtige Position im Firmengeflecht der HNA Gruppe. Er war von Ende 2017 an für einige Monate der Chef der in New York ansässigen HNA-Stiftung Hainan Cihang Charity Foundation.

    Mehr: Die HNA-Gruppe ist schwer durchschaubar. Das Handelsblatt legt erstmals das komplexe Firmengeflecht offen.

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