Personalmangel: Warum die Luftfahrt an ihrer Komplexität scheitert – und Flughäfen ins Chaos stürzt
Der Flughafen hat zahlreiche neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die notwendige Sicherheitsüberprüfung angemeldet. Doch die dauert.
Foto: dpaFrankfurt. Es ist wirklich bemerkenswert: Ausgerechnet am Hauptstadtflughafen BER hat der Ferienauftakt in Berlin und Brandenburg kein völliges Chaos ausgelöst, auch wenn die beiden Terminals am Freitagvormittag, dem zweiten Ferientag, gut gefüllt waren. Anderswo läuft es gerade überhaupt nicht. Reisende erleben in diesen Tagen an Flughäfen ein Reisechaos, das es so noch nicht gegeben hat.
Die deutsche Luftfahrtbranche bewegt sich derzeit von einer großen Krise in die nächste. Personalmangel und ein hoher Krankenstand an allen wichtigen Stellen überlasten das System. Zwar verweist der Luftfahrtverband BDL darauf, dass aktuell nur zwischen zwei und drei Prozent der für den Sommer geplanten 830.000 Flüge von deutschen Airports abgesagt seien. Auch ist richtig, dass es im Ausland teilweise noch schlimmer ist, so etwa am großen niederländischen Flughafen Amsterdam-Schiphol.
Doch Fakt ist: Niemals zuvor gab es so große Verwerfungen im deutschen Luftverkehr. Das liegt nicht nur an fehlendem Personal. Die akuten Probleme werden auch deshalb so schnell nicht zu lösen sein, weil die Prozesse in der stark regulierten Branche seit Jahrzehnten nicht modernisiert wurden. Sie passen nicht mehr zu einer Industrie, die mit starken Nachfrageschwankungen klarkommen muss.