Reisen: DER Touristik plant Übernahme von FTI
Die Münchner FTI-Gruppe ist der drittgrößte Reiseveranstalter Europas. Auf dem Konzern lasten Schulden in Milliardenhöhe.
Foto: dpaDüsseldorf. Der zweitgrößte europäische Reiseveranstalter, die zum Kölner Rewe-Konzern gehörende DER Touristik Group, greift nach dem Münchener Urlaubskonzern FTI, Europas Nummer drei. Die Verhandlungen befinden sich offenbar in fortgeschrittenem Stadium. Dies erfuhr das Handelsblatt von mehreren mit der anvisierten Transaktion vertrauten Personen. Ein ebenfalls an FTI interessierter US-Finanzinvestor soll zuvor abgesprungen sein.
Ob die Transaktion zwischen DER Touristik und FTI zustande kommt, soll vor allem an einem etwaigen massiven Schuldenschnitt bei FTI hängen. Rewe-Kreise sprechen von einem „Haircut“ und nennen ihn als Voraussetzung für ein Zusammengehen. Dieses würde auch zulasten der Steuerzahler gehen, denn der Staat sprang FTI während der Pandemie mit Bürgschaften, stillen Einlagen und nachrangigen Krediten in einer Gesamthöhe von über einer halben Milliarde Euro zur Seite.
Das Bundesfinanzministerium wollte sich auf Nachfrage nicht zu einem etwaigen Schuldenschnitt äußern. Man könne zu Einzelheiten von Stabilisierungsmaßnahmen für einzelne Unternehmen keine Auskunft erteilen, teilte eine Sprecherin mit. Auch Rewe wollte sich auf Nachfragen nicht äußern. Von FTI hieß es lediglich, man würde „zu Branchengerüchten generell keine Stellung beziehen“.