Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Sandalenhersteller Finanzinvestor CVC hat offenbar Interesse an Birkenstock

Der Sandalenhersteller könnte mit vier Milliarden Euro inklusive Schulden bewertet werden. Die Gespräche sollen laut Finanzkreisen schon weit fortgeschritten sein.
18.01.2021 Update: 19.01.2021 - 17:34 Uhr Kommentieren
Birkenstock verkaufte im abgelaufenen Geschäftsjahr fast 24 Millionen Paar Schuhe. Quelle: dpa
Birkenstock

Birkenstock verkaufte im abgelaufenen Geschäftsjahr fast 24 Millionen Paar Schuhe.

(Foto: dpa)

Frankfurt, Düsseldorf So bekannt, wie die Birkenstock-Sandalen sind, so verschwiegen ist das Familienunternehmen, das hinter den populären Bequemschuhen steht. Vor allem, wenn es um die im Jahr 1774 gegründete Traditionsfirma selbst geht. Und so äußerte man sich am Dienstag auch nicht zu den Spekulationen um einen möglichen neuen Eigentümer.

Am Montagabend hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf informierte Kreise darüber berichtet, dass sich der Finanzinvestor CVC in Gesprächen mit der Eigentümerfamilie von Birkenstock befinde.

Nach Handelsblatt-Informationen aus Branchen- und Investorenkreisen ist aber offenbar nicht nur CVC an Birkenstock interessiert. Ein Branchenbegleiter, der nicht genannt werden möchte, sagte, das Familienunternehmen sei „so was von profitabel“ und damit geradezu prädestiniert für die Begehrlichkeiten von Finanzinvestoren.

Vor dem Hintergrund verwundert auch nicht der Kaufpreis von vier Milliarden Euro inklusive Schulden, den Bloomberg nennt. Ein CVC-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Rund eine Milliarde Euro setzte Birkenstock im vergangenen Geschäftsjahr (Ende September) um, wie Oliver Reichert, Co-Geschäftsführer, im Interview mit dem Handelsblatt im Oktober sagte. Im Vorjahreszeitraum waren es 721 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich nach Angaben im Bundesanzeiger 2018/2019 um gut 34 Prozent auf mehr als 160 Millionen Euro, die Ebit-Marge lag bei mehr als 20 Prozent.

Auch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Ladenschließungen scheint Birkenstock vergleichsweise gut zu verkraften. So hatte Reichert im Oktober mit Blick auf den ersten Lockdown im Frühjahr gesagt: „Es gibt Firmen, die ihre Kundschaft in der Pandemie verloren haben. Das ist bei uns sicher nicht der Fall, ganz im Gegenteil.“

Außerdem hätten sich die Online-Bestellungen um den Faktor vier gesteigert. Birkenstock sei global zu so etwas wie dem „offiziellen Homeoffice-Schuh geworden“, so Reichert. Er führt seit 2013 gemeinsam mit Markus Bensberg die Geschäfte und steigerte den Umsatz deutlich.

Konkurrenz lauert

Reichert legte auch eine langjährige Familienfehde bei, indem er als Moderator erfolgreich vermittelte. Heute regelt ein Gesellschaftervertrag die wesentlichen Geschäftsfragen innerhalb der verzweigten Verwandtschaft.
Familienunternehmen wie Birkenstock rücken immer stärker in den Fokus der Investoren, weil sie realistischer bewertet seien als oft überbewertete börsennotierte Gesellschaften, heißt es in der Branche.

Zudem sind selbst Familienunternehmer heute offener für Finanzinvestoren. Als Beispiel gilt der Einstieg von EQT als Minderheitsgesellschafter beim Prothesenhersteller Ottobock.

Bei CVC ist der frühere Investmentbanker Alexander Dibelius die treibende Kraft für das deutschsprachige Geschäft, er verfügt über gute Verbindungen in große Familienverbünde. Seit 2015 hat er als Managing Partner beispielsweise die Übernahme der Uhrenmarke Breitling und des Wettanbieters Tipico eingefädelt. „In der Coronakrise hat CVC in Deutschland wenig gemacht, aber jetzt ist man offenbar zurück im Markt“, sagt ein Insider.

Doch noch ist der Deal offenbar nicht unter Dach und Fach, und die Konkurrenz lauert. Wenn CVC den Zuschlag erhalten sollte, dann steht der Sandalenhersteller, der inzwischen viele Kooperationen pflegt, zum Beispiel mit Valentino, im Portfolio neben dem Uhrenhersteller Breitling und der Parfümeriekette Douglas.

Mehr: Birkenstock-Chef Reichert: „Mit Ermächtigungsgesetzen sollten wir sehr vorsichtig umgehen“

Startseite
Mehr zu: Sandalenhersteller - Finanzinvestor CVC hat offenbar Interesse an Birkenstock
0 Kommentare zu "Sandalenhersteller: Finanzinvestor CVC hat offenbar Interesse an Birkenstock"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%