Signa-Gruppe: Ärger um dubiose Deals von Benkos Top-Manager
Berlin, Düsseldorf, Frankfurt. Er war bis Montagabend der wichtigste Manager der Signa-Gruppe, als Vorstandsvorsitzender von Signa Prima und Signa Development verantwortlich für die wertvollsten Immobilien im Imperium von René Benko. Dann wurde Timo Herzberg Hals über Kopf gefeuert. Als Grund nannte das Unternehmen einen „Verdacht auf grobe Pflichtverletzungen“.
Herzberg und zwei Partner haben im Sommer ein Firmengeflecht aufgezogen, wie Unterlagen aus dem Handelsregister zeigen. Nach Recherchen des Handelsblatts sollen Geschäfte jener Unternehmen mit Signa nun im Zentrum der Vorwürfe stehen. Sie sollen zu Vorzugskonditionen abgewickelt worden sein, wie mehrere mit den Vorgängen vertraute Insider dem Handelsblatt erklärten.
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Herzberg bestreitet jedes Fehlverhalten. „Die im Raum stehenden Vorwürfe sind haltlos und werden von Herrn Herzberg entschieden zurückgewiesen“, sagt sein Anwalt. „Mit Blick auf das laufende Verfahren können wir derzeit keine weiteren Kommentare abgeben.“
Im Kern soll es um die Firma Havit und ihre Tochterfirmen gehen. Ihr Motto: „Wie gesund kann Arbeit sein?“ Havit will nach eigenen Angaben Büroflächen anbieten, die auch ein Wellnessangebot beinhalten. So soll eine Havit-Gesellschaft unter anderem Flächen für einen Fitnessklub mit Sauna und Konferenzräumen im von Signa entwickelten Berliner Bürokomplex „Beam“ angemietet haben, der im März 2024 eröffnet werden sollte.