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Sportartikelhersteller Adidas beschließt Verkauf von US-Marke Reebok

Seit Jahren liefert das Label aus Boston enttäuschende Zahlen ab. Noch aber hat Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted keinen Käufer für Reebok gefunden.
16.02.2021 Update: 16.02.2021 - 15:41 Uhr Kommentieren
Die Marke gehörte bisher zu Adidas. Quelle: AFP
Reebok

Die Marke gehörte bisher zu Adidas.

(Foto: AFP)

München Adidas und Reebok gehen künftig getrennte Wege. Der fränkische Sportartikelkonzern hat sich entschieden, seine US-Tochter abzustoßen. „Nach sorgfältiger Abwägung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Reebok und Adidas ihr Wachstumspotenzial unabhängig voneinander deutlich besser ausschöpfen können“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted am Dienstag.

„Wir werden in den kommenden Monaten mit Hochdruck daran arbeiten, eine erfolgreiche Zukunft für die Marke Reebok und das Team dahinter zu gewährleisten“, versprach der Manager. JP Morgan soll Finanzkreisen zufolge beauftragt sein, einen Käufer zu finden. Der Turnschuh-Hersteller ließ offen, wann die Transaktion über die Bühne gehen soll.

Als mögliche Interessenten gelten in der Sportbranche sowohl Finanzinvestoren als auch große Konglomerate, die mehrere Marken unter einem Dach bündeln. So käme unter anderem die amerikanische VF Corp. infrage, Eigentümer bekannter Namen wie Timberland und The Northface.

Auch der Sportkonzern Anta Sports wäre ein möglicher Abnehmer. Die Chinesen haben zuletzt die finnische Amer Group geschluckt, den Besitzer von Salomon, Wilson und Atomic. Mit dem Deal könnte Adidas womöglich bis zu einer Milliarde Euro erlösen.

Seit Längerem wurde in der Sportbranche bereits spekuliert, dass Rorsted das angeschlagene Label loswerden möchte. Mitte Dezember hatte der im Dax notierte Konzern schließlich mitgeteilt, dass „strategische Alternativen“ für die Marke aus Boston geprüft werden.

Nie das Niveau von Adidas erreicht

Reebok hat gegenüber der Kernmarke Adidas in den vergangenen Jahren immer weiter an Bedeutung verloren. Die Marke steht mittlerweile für nicht einmal mehr als zehn Prozent vom Umsatz – beim Kauf 2006 waren es etwa 20 Prozent.

Trotzdem hat Rorsted seit seinem Amtsantritt 2016 einen Verkauf stets abgelehnt. Stattdessen gab der Däne Reebok bis 2020 Zeit, das Niveau der Stammmarke Adidas zu erreichen. Davon kann bisher keine Rede sein. Reebok schneidet nach wie vor schlechter ab als Adidas. So ist der Umsatz von Adidas im dritten Quartal währungsbereinigt um gut zwei Prozent gesunken. Das Geschäft von Reebok hingegen brach um mehr als sieben Prozent ein.

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Adidas erklärte am Dienstag, Reebok habe seine Wachstums- und Profitabilitätsaussichten zuletzt deutlich verbessert. Detaillierte Zahlen zur Profitabilität des Labels legt der fränkische Konzern aber schon seit Jahren nicht mehr vor.

Rorsted-Vorgänger Herbert Hainer hatte Reebok vor 15 Jahren für drei Milliarden Euro gekauft. Hainers großes Ziel war es, Weltmarktführer Nike mit vereinten Kräften vom Thron zu stoßen. Der Plan ging nicht auf. Die Firma von der amerikanischen Ostküste ist jahrelang geschrumpft und hinkt sämtlichen großen Wettbewerbern hinterher.

Adidas folgt mit der Entscheidung auch den Forderungen von Investoren, die das US-Label schon länger kritisch beurteilten. „Bei Reebok sollten alle Optionen zeitnah geprüft werden“, sagte Fondsmanager Ingo Speich von Deka Investment jüngst dem Handelsblatt.

Die Börse nahm den Entschluss nüchtern auf. Der Aktienkurs von Adidas gab in Frankfurt am Nachmittag leicht um knapp ein Prozent auf rund 295 Euro nach.

Mehr: Anfang März präsentiert der Chef des Sportartikelkonzerns seinen neuen Masterplan. Kasper Rorsted setzt auf den E-Commerce. Eine Strategie, die womöglich viele Händler verärgern wird.

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