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Versace, Gucci, PradaPolizei startet Razzia bei italienischen Luxus-Modemarken

Italienische Nobelmarken wie Dolce & Gabbana, Versace oder Gucci sollen Arbeitskräfte ausgebeutet haben, vermuten die italienischen Behörden. Nun fordern sie Belege von den Firmen. 04.12.2025 - 09:22 Uhr Artikel anhören
Gucci-Filiale in Florida: Italienische Nobelmarken sollen Mitarbeiter ausgebeutet haben. Foto: Bloomberg

Mailand. Wegen des Verdachts auf Ausbeutung von Arbeitskräften hat die italienische Polizei Luxusfirmen wie Dolce & Gabbana, Versace, Prada, Gucci oder Adidas Italy aufgesucht. Wie aus den Reuters vorliegenden Gerichtsdokumenten hervorging, wurden die Firmen aufgefordert, Dokumente zu ihrer Unternehmensführung und den Kontrollen der Lieferketten auszuhändigen.

Zu den betroffenen Unternehmen zählen auch Missoni, Ferragamo, Off-White Operating und Coccinelle. Eine Bitte um Stellungnahme ließen die 13 Konzerne zunächst unbeantwortet.

Zuvor hatte die Polizei bei Dutzenden Durchsuchungen von Werkstätten in chinesischem Besitz auch Kleidungsstücke und Unterlagen zu Unteraufträgen für diese Marken gefunden. Ziel der jetzigen Anfragen ist es, zu bewerten, inwieweit die Unternehmen in die Ausbeutung von Arbeitskräften verwickelt waren und ob ihre internen Kontrollmechanismen ausreichen, um Missbrauch zu verhindern.

Nach der Übergabe der angeforderten Unterlagen können die Unternehmen festgestellte Mängel aus eigener Initiative beheben, indem sie ihre Organisationsmodelle anpassen. Sollten sie dies versäumen, behält sich die Mailänder Staatsanwaltschaft weitere präventive oder vorsorgliche Maßnahmen vor.

Diese Durchsuchungen hatten die Mailänder Staatsanwaltschaft in den vergangenen zwei Jahren dazu veranlasst, für fünf andere Modefirmen – darunter Valentino und Armani – eine Zwangsverwaltung durchzusetzen und für eine sechste zu beantragen. Bei den nun betroffenen 13 Firmen sei die Menge der in den Werkstätten gefundenen Produkte jedoch geringer gewesen, heißt es in den Dokumenten. Die Aktion am Mittwoch wurde von der Arbeitsschutzeinheit der Carabinieri in Mailand geleitet.

Sorge um den Ruf von „Made in Italy“

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Die Ermittlungen der vergangenen Jahre haben ein systematisches Problem der Ausbeutung von Arbeitskräften in der italienischen Mode- und Luxusgüterindustrie offengelegt. Italien ist mit einem Anteil von 50 bis 55 Prozent an der weltweiten Produktion von Luxusgütern ein zentraler Standort der Branche.

Die italienische Regierung ist bemüht, den Ruf von „Made in Italy“ zu wahren. Industrieminister Adolfo Urso hatte im Oktober 2024 einen Gesetzentwurf für eine staatliche Zertifizierung von Modeunternehmen angekündigt. Damit sollen Firmen die Rechtskonformität ihrer Lieferketten von Dritten bestätigen lassen können. „Mit dieser Maßnahme wird es möglich sein, die Lieferkette der italienischen Mode zu sichern und ihren weltweiten Ruf zu schützen“, sagte Urso damals.

dpa
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