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Streiks bei Bahn und LufthansaDroht Reisenden ein weiterer Chaos-Sommer?

Unbefristeter Streik bei der Bahn, Arbeitskämpfe der Lufthansa-Piloten – verreisen könnte in den kommenden Wochen schwierig werden. Das sollten Reisende wissen.Jens Koenen, Christoph Schlautmann 23.06.2023 - 10:40 Uhr Artikel anhören

Eine wartende Reisende am Bahnhof in Hildesheim: Im Sommer könnte der Bahnverkehr in Deutschland immer wieder zum Stillstand kommen.

Foto: dpa

Frankfurt, Düsseldorf. Wieder einmal müssen sich Urlauber und Reisende in den Sommerferien auf Probleme einstellen. Im vergangenen Jahr war es fehlendes Personal, das zu massiven Verspätungen und Ausfällen etwa in der Luftfahrt führte. Hier hat sich die Situation offensichtlich entspannt.

Dafür drohen nun bei der Deutschen Bahn und bei Lufthansa Arbeitskämpfe, auch unbefristete. Das verunsichert viele, die derzeit ihren Urlaub planen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

In vier bis fünf Wochen droht bei der Deutschen Bahn ein unbefristeter Streik. Müssen sich Reisende auf lang anhaltende Zugausfälle einstellen?

Womöglich ja. Die Gewerkschaftskasse, aus denen ab dem dritten vollen Tag der Arbeitsniederlegung Streikgelder gezahlt werden, dürfte prall gefüllt sein. „Einen unbefristeten Streik hat es seit mindestens zehn Jahren nicht mehr gegeben“, sagt Detlef Neuß vom Fahrgastverband Pro Bahn. Die Finanzmittel der EVG, um den Streik in die Länge zu ziehen, seien aller Wahrscheinlichkeit nach erheblich.

Schon während der Urabstimmung kündigt die EVG für die Zwischenzeit kurzfristige Warnstreiks an. Ab wann ist damit zu rechnen?

Die DB sagt dazu nichts, und auch die EVG lässt sich nicht in die Karten blicken. Einen Streikfahrplan, der den Fahrgästen zumindest eine Notlösung bieten könnte, gibt es ebenso wenig wie eine vereinbarte Ankündigungsfrist. Als Grund für die unnachgiebige Haltung der EVG nennt Pro Bahn den Zwist mit der Konkurrenzgewerkschaft GDL. Deren Chef Claus Weselsky war in der Vergangenheit stets als beinharter Gewerkschaftsführer aufgetreten, der die EVG als konzernnahe Organisation erscheinen ließ. Der neue EVG-Vorstand Martin Burkert will sich nun offenbar mit Macht von diesem Ruf befreien.

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