Tiefseehafen: Jobs im Jade-Weser-Port vorerst gesichert
Mit der „Eugen Maersk“ (M) und der „Majestic Maersk“ liegen zwei Containerriesen der Maersk-Reederei an der Pier des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven (Niedersachsen): Die Beschäftigten des Tiefseehafens verzichten unter anderem bis einschließlich Mai 2015 auf Weihnachts- und Urlaubsgeld.
Foto: dpaHannover/Wilhelmshaven. Die Arbeitsplätze in Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen, dem Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven, sind vorerst gesichert. Das teilte das niedersächsische Wirtschaftsministerium in Hannover am Freitag mit. „Betriebsrat und Unternehmensleitung haben sich aufeinander zubewegt und sich damit auch gleichzeitig zur Zukunft des Hafens bekannt. Der Standortsicherungstarifvertrag sichert die Beschäftigung für ein Jahr“, erklärte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Betriebsbedingte Kündigungen hätten vermieden werden können.
Die Beschäftigten verzichten unter anderem bis einschließlich Mai 2015 auf Weihnachts- und Urlaubsgeld, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Dirk Reimers, der Nachrichtenagentur dpa. Zudem bekommen Mitarbeiter der höchsten Lohngruppe weniger Gehalt. Der einjährige Vertrag gilt ab April und soll in der nächsten Woche unterzeichnet werden. Der Betreiber des 130 Hektar großen Containerterminals Eurogate war zunächst nicht zu erreichen.
Europa verfügt über eines der dichtesten Hafennetze auf der ganzen Welt. Für die Verkehrswirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes sind sie von wesentlicher Bedeutung. Eurostat, das Statistikamt der Europäischen Union, hat die Frachthäfen in der EU unter die Lupe genommen und die größten unter ihnen ermittelt. Die Maßeinheit: Das Gewicht der umgeschlagenen Waren in (Millionen) Tonnen. In welchen Häfen die meisten Güter umgeschlagen werden.
Foto: dpaPlatz 10: Valencia
In Valencia findet sich der größte Containerhafen Spaniens, einer der wichtigsten im Mittelmeerraum und Nummer 10 im EU-Ranking. Hier wurden 2012 laut Eurostat 54,2 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Zusammen mit den griechischen verzeichnen die spanischen Frachthäfen den größten Anstieg in absoluten Werten beim Güterumschlag. Beide Länder haben 18 Millionen Tonnen mehr verschifft als im Vorjahr. Entgegen diesem Trend kann der Port Valencia allerdings kein Wachstum vorweisen.
Foto: dpa - picture-alliancePlatz 9: Bremerhaven
Bremerhaven liegt an neunter Stelle, hier wurden demnach 2012 etwa 58,2 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Allerdings konnte der Hafen ein Plus von 4,3 Prozent verbuchen. Das Container-Terminal Bremerhaven besitzt eine durchgehende Anlegestelle von rund fünf Kilometer Länge, 14 Liegeplätze und drei Quadratkilometer Stellfläche.
Foto: dpaPlatz 8: Le Havre
Der Port du Havre in der Stadt Le Havre am Ärmelkanal ist der zweitgrößte Hafen Frankreichs. 1517 unter König Franz I. errichtet, gehört er zu den ältesten Seehäfen des Landes. Da Le Havre als „Tor zwischen Nordsee und Atlantik“ günstig auf der Route für den interkontinentalen Handel liegt, werden in dem Hafen entsprechend viele Güter umgeschlagen. 59,2 Millionen Tonnen waren es 2012.
Foto: HandelsblattPlatz 7: Immingham
Mit seiner Lage am Ästuar des Humbers an der Ostküste Englands nimmt Immingham eine führende Rolle im Frachtverkehr mit Kontinentaleuropa und darüber hinaus ein. Mit einem Güterumschlag von 60,1 Millionen Tonnen und einer Wachstumsrate von fünf Prozent landet der Hafen der englischen Kleinstadt an der Nordsee auf Platz 7 im Ranking. Bei seiner Eröffnung hatte der Port eine Ausdehnung von vier Quadratkilometern inklusive 180.000 Quadratmetern Wasserfläche.
Foto: AFPPlatz 6: Amsterdam
Der zweitgrößte Hafen in den Niederlanden landet mit 71,2 Millionen verschifften Tonnen auf dem sechsten Platz – ein Zuwachs von rund sechs Prozent innerhalb eines Jahres. Der Port in der niederländischen Hauptstadt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Die Stadt Amsterdam und ihr Hafen sind seit dem 13. Jahrhundert eng miteinander verknüpft.
Foto: HandelsblattPlatz 5: Algeciras
Der moderne Hafen von Algeciras ist einer der am häufigsten frequentierten der Welt. Der Großteil des Schiffsverkehrs wird mit Afrika abgewickelt. Mit dem Hafen Tanger-Med in Marokko besteht ein dauerhafter Fährverkehr, ebenso mit der spanischen Enklave Ceuta. Insgesamt kommt der Port auf einen Güterumschlag von 74,6 Millionen Tonnen bei einer Wachstumsrate von 8,5 Prozent.
Foto: dpa - picture-alliancePlatz 4: Marseille
Der Europort in Marseille löste den 1844 aufgegebenen Alten Hafen ab und verknüpft nun die Schifffahrt auf der Rhone und dem Mittelmeer. Beim Güterumschlag musste der Port 2012 eine Schlappe hinnehmen: 81,8 Millionen Tonnen wurden verschifft und damit 3,1 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Das liegt sicherlich auch an der zahlreichen Konkurrenz: Marseille rivalisiert nicht nur mit Barcelona, Genua und Rotterdam, sondern auch mit dem kleinen italienische Ort Gioia Tauro an der Straße von Messina.
Foto: dpa - picture-alliancePlatz 3: Hamburg
Mit einem deutlichen Vorsprung platziert sich der Hamburger Hafen auf Platz 3 im Ranking. Diverse Schifffahrtsrouten verbinden den Port mit mehr als 900 Häfen in über 170 Ländern. Die Ursprünge der Anlegestelle liegen im 9. Jahrhundert, als Gründungsdatum gilt der 7. Mai 1189. Im Jahr 2012 wurden hier 113,5 Millionen Tonnen verschifft – ein leichter Rückgang von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert.
Foto: dpa - picture-alliancePlatz 2: Antwerpen
Der große Vorteil von Belgiens größtem Hafen: Im Radius von 250 Kilometern liegen fünf europäische Hauptstädte. Gemessen am Güterumschlag ist er mit 164,5 Millionen Tonnen der zweitgrößte Hafen Europas. Doch auch Antwerpen hat 2012 Federn gelassen: Der Güterumschlag ist gegenüber dem Vorjahreswert um 2,4 Prozent zurückgegangen.
Foto: dpa - picture-alliancePlatz 1: Rotterdam
Der mit Abstand größte Hafen Europas liegt in den Niederlanden: Der Rotterdamer Hafen schafft es mit 395,6 Millionen Tonnen an die Spitze der größten Frachthäfen. Als Handelsort ist er besonders für Erdöl von großer Bedeutung – auf dem Hafengebiet befinden sich deshalb auch vier große Raffinerien sowie rund 40 Unternehmen der Chemie- und Erdölbranche. Doch auch der Spitzenreiter hat einen leichten Rückgang des Güterumschlags um 0,2 Prozent zu verzeichnen.
Foto: dpa - picture-allianceDer 2012 eröffnete Jade-Weser-Port hinkt den ursprünglichen Erwartungen hinterher. Statt der angepeilten 700.000 Standardcontainer wurden dort im ersten Betriebsjahr nur rund 100.000 Boxen umgeschlagen. Im März 2013 wurden daher 300 der rund 400 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Das etwa eine Milliarde Euro teure Projekt wurde von den Ländern Niedersachsen und Bremen umgesetzt.