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Autobauer Opel-Chef Lohscheller verspricht Trendwende beim Absatz

Opels Marktanteile sind extrem niedrig. Doch mit der Neuauflage des SUV-Modells Mokka will Opel-Chef Lohscheller ab 2021 angreifen. Bis dahin droht vielen Mitarbeitern Kurzarbeit.
20.08.2020 - 18:52 Uhr Kommentieren
Der Opel-Chef will schnell wieder Marktanteile mit der Marke gewinnen. Quelle: dpa
Opel-Chef Michael Lohscheller

Der Opel-Chef will schnell wieder Marktanteile mit der Marke gewinnen.

(Foto: dpa)

München Einst konkurrierte Opel mit VW um die Krone des größten deutschen Autoherstellers. Doch das ist Jahrzehnte her. Heute ist die ehrwürdige Marke mit dem Blitz weit abgeschlagen, rangiert auf dem Niveau von Importeuren. Im ersten Halbjahr 2020 hat sich die Lage sogar noch verschlimmert.

Die Hessen verkaufen in ihrem Kernmarkt Europa lediglich 214.000 Fahrzeuge. Das ist ein Minus von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Corona-Lockdown brach zwar bei allen Autobauern der Absatz ein, aber Opel leidet besonders stark. Die Folge: Der Marktanteil der Rüsselsheimer ist von zuletzt 5,5 auf 3,8 Prozent abgesackt.

„Mit der jetzigen Situation können wir nicht zufrieden sein“, betonte Opel-Chef Michael Lohscheller nun in einem internen Rundschreiben an seine Mitarbeiter, das dem Handelsblatt vorliegt. Für das Unternehmen stünden „entscheidende Monate bevor“, erklärte der Zwei-Meter-Mann und kündigte an, alsbald in den Angriffsmodus schalten zu wollen.

Im Zentrum der Kundenoffensive steht die Neuauflage des Opel Mokka im kommenden Jahr. „Mit diesem Auto stärken wir nicht nur die Marke, sondern wir werden damit auch die Trendwende bei den Marktanteilen einläuten“, verspricht Lohscheller. Das kompakte SUV sei das „wichtigste Auto der vergangenen Jahre“ und bei Design wie Technik ein Sinnbild für all das, wofür Opel künftig stehen wolle.

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    Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research (CAR), zweifelt allerdings daran, ob Opel mit dem Mokka wirklich wieder Boden gutmachen kann. „Neue Modelle bei Opel sind zuletzt meist verhalten angelaufen. Es gibt daher wenig Grund für verfrühte Siegesmeldungen“, erklärte der Autoexperte.

    Kurzarbeit und neue Einschnitte

    Die Produktion des Mokka, der gleich zum Marktstart auch als elektrische Variante erhältlich sein soll, wird Ende des Jahres in Poissy im Werk des französischen Mutterkonzerns PSA (Peugeot, Citroën, DS) starten. Im ersten Quartal 2021 dürfte das Auto dann zu den Händlern rollen. Zumindest bis dahin bleibt die Situation in Rüsselsheim aber angespannt.

    Dank drastischer Einsparungen konnte Opel zwar im Halbjahr einen kleinen Betriebsgewinn erzielen. Aber das Unternehmen hält weitere Einschnitte für nötig. So will Lohscheller etwa die im September auslaufende Kurzarbeit an den deutschen Standorten in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern für Tausende Beschäftigte verlängern. „Wir sprechen natürlich auch über eine Verlängerung der Kurzarbeit, denn die Auswirkungen der Krise sind noch deutlich spürbar“, erklärte der Manager. Für wie viele Monate genau die Arbeitszeit verkürzt werden soll, ist noch offen.

    Geladen wird über CCS Quelle: Opel
    Schnell wieder voll

    Der Mokka kann auch per CCS geladen werden.

    Mit dem Betriebsrat will Lohscheller darüber hinaus noch über weitere Punkte reden. In einigen Bereichen gelte es nach wie vor, wettbewerbsfähiger zu werden. Zudem finden sich offenbar weit weniger Freiwillige, die den Konzern über Abfindungen, Altersteilzeit oder Vorruhestand frühzeitig verlassen wollen als von der Geschäftsführung geplant. „Die Freiwilligenprogramme wurden bislang noch nicht in ausreichendem Maße angenommen“, konstatierte Lohscheller.

    Opel hatte Anfang des Jahres einen weiteren Stellenabbau besiegelt. Demnach sollen bis Ende 2021 gut 2100 Beschäftigte aus dem Unternehmen ausscheiden. Der Konzern könnte den Vereinbarungen zufolge in den kommenden Jahren sogar 4100 Stellen streichen – müsste dann im Gegenzug aber den Kündigungsschutz bis 2029 verlängern. Opel beschäftigt in Deutschland aktuell noch etwa 15.000 Mitarbeiter.

    Mehr: Opel will am Stammsitz Teile des Werksgeländes verkaufen

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